Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.04.2003

11:20 Uhr

Aktie unter Druck

Nordex bricht Neugeschäft weg

Der Hersteller von Windenergieanlagen Nordex hat wegen einer schwachen Nachfrage in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2002/2003 einen Einbruch im Neugeschäft verzeichnet.

Reuters FRANKFURT. Der Auftragseingang sei zum 31. März auf rund 70 Mill. ? zurückgegangen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Im Vergleichszeitraum 2001/2002 waren noch Neuaufträge im Wert von 180 Mill. ? eingegangen. Die im Technologieindex TecDax notierte Nordex-Aktie brach nach Veröffentlichung der Zahlen sowie Herunterstufungen durch mehrere Banken um knapp zehn Prozent auf 1,18 ? ein.

Im Rahmen des bereits im zweiten Quartal eingeleiteten Kostensenkungsprogramm seien bislang rund 120 Stellen gestrichen worden, teilte Nordex weiter mit. Weitere 20 Stellen sollen kurzfristig folgen. Derzeit würden mit einem Unternehmensberater weitere Maßnahmen geprüft, um dem Einbruch im Neugeschäft entgegenzusteuern.

Nordex hatte bereits Mitte Februar seine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr 2002/03 (zum 30. September) drastisch gesenkt, nachdem der Windenergiespezialist im vergangenen Jahr durch die Nachfrageschwäche und Überkapazitäten tief in die Verlustzone gerutscht war. Für das Geschäftsjahr 2002/2003 rechnet Nordex nach früheren Angaben nur noch mit einem operativen Gewinn von drei, statt zuvor angepeilten 23 Mill. ?. Die Planung für das laufende Geschäftsjahr will Nordex zusammen mit dem ausführlichen Halbjahresabschluss am 27. Mai 2003 veröffentlichen.

Die Analysten der Investmentbank WestLB Panmure reagierten auf das rückläufige Neugeschäft bei Nordex mit einer Herunterstufung der Aktie auf "Underperform" von zuvor "Neutral". Der aktuelle Aktienkurs von mehr als einem Euro sei nur noch durch die anhaltenden Spekulationen um eine Übernahme gerechtfertigt, schrieb WestLB-Analyst Frank Skodzik in einer Kurzstudie. Für eine Übernahme gebe es aber noch immer keine Anzeichen, weswegen die Aktie nun nach einer schwachen Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres heruntergestuft worden sei. Das neue Kursziel belaufe sich auf 0,80 ?.

Auch die Analysten der NordLB stuften "angesichts des starken Einbruchs der Auftragseingänge" die Nordex-Aktie auf "verkaufen" von "halten" zurück. Allerdings sollten spekulativ orientierte Anleger, die ein Übernahmeangebot erwarteten, den Wert weiterhin "halten", hieß es in einer Kurzstudie der NordLB.

Die Landesbank Baden-Württemberg rät den Anlegern weiterhin, die Nordex-Aktie zu verkaufen. Nach dem extrem schwachen Jahresauftakt gehe die Landesbank nicht mehr davon aus, dass Nordex die von der Bank prognostizierte Umsatz- und Ergebnisschätzung für das Gesamtjahr erreichen werde. Durch die hohen Vorratsbestände habe sich die Liquiditätssituation bei Nordex verschärft. Die noch am Ende des ersten Quartals vorhandenen liquiden Mittel von 21 Mill. ? seien verbraucht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×