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27.07.2000

15:00 Uhr

Aktien um knapp ein Prozent auf 51,58 Euro gestiegen

Telekom-Gewinn durch Sondereinflüsse stark gestiegen

Nach vorläufigen Zahlen sei der Konzernüberschuss wie weitgehend von Analysten erwartet um das 3,5-fache auf 4,3 Mrd. Euro von 95 Mill. Euro im Vorjahr gestiegen, teilte die Telekom mit.

Reuters BONN. Positive Sondereinflüsse haben im ersten Halbjahr das Ergebnis der Deutschen Telekom stark geprägt. Nach vorläufigen Zahlen sei der Konzernüberschuss wie weitgehend von Analysten erwartet um das 3,5-fache auf 4,3 Mrd. Euro von 95 Mill. Euro im Vorjahr gestiegen, teilte die Telekom am Donnerstag in Bonn mit. Darin seien unter anderem Beteiligungsverkäufe und Buchgewinne aus dem Börsengang von T-Online in Höhe von insgesamt 4,5 Mrd. Euro enthalten. Auf vergleichbarer Basis sei der Überschuss um 26 Prozent auf 0,7 Mrd. Euro gesunken. Im Aktienhandel lagen die zuletzt stark unter Druck stehenden Aktien besser als der Markttrend.

Den belastend wirkenden Kosten für die Akquisition von Mobilfunkkunden habe aus dem ersten Quartal noch der steuerfreie Verkauf der Beteiligung an dem Telekomunternehmen Global One (2,9 Mrd. Euro) gegenüber gestanden, teilte die Telekom mit. Auch seien Zuflüsse durch die Aufnahme von Gesellschaftern im Rahmen des Börsengangs von T-Online in Höhe von 2,7 Mrd. Euro verbucht worden.

Die für Umsatzzuwächse von 15 Prozent auf 19,3 Mrd. Euro sorgende Konsolidierung der britischen Mobilfunkfirma One2One sowie der französischen Töchter Siris und Club Internet minderten den Angaben zufolge das Halbjahresergebnis der Telekom ebenfalls. Der negative Effekte aus der Erstkonsolidierung in Höhe von 0,9 Mrd. Euro stamme zum großen Teil aus Goodwill-Abschreibungen auf den Firmenwert. Ohne die neu in der Bilanz berücksichtigten Töchter stieg der Konzernumsatz den Angaben zufolge auf vergleichbarer Basis um sechs Prozent auf 17,8 Mrd. Euro.

Kräftige Zuwächse verzeichnete der Bonner Konzern bei der Teilnehmerzahl im Mobilfunk. Dem Zwischenbericht zufolge wurden mit 22,6 Mill. Kunden per Ende Juni doppelt so viele Mobilfunkkunden gezählt als zum Vorjahreszeitpunkt. Damit seien bereits im ersten Halbjahr 2000 deutlich mehr Kunden akquiriert worden als im Gesamtjahr 1999, hieß es. Während das Mobilfunk-Geschäft in Deutschland im Jahresvergleich um 97 Prozent wuchs, legte die Kundenzahl bei der britischen Tochter One2One mit plus 135 Prozent überdurchschnittlich zu.

Die Finanzverbindlichkeiten des Unternehms stiegen laut Telekom bis Ende Juni auf 49,9 Mrd. Euro von 38,7 Mrd. Euro im Jahr zuvor. Die Erhöhung sei im wesentlichen durch die Aufnahme von mittelfristigen Schuldverschreibungen über 2,4 Mrd. Euro und die Finanzierung der britischen UMTS-Lizenz mit 5,7 Millarden Euro bedingt. Die jüngst begebene globale Industrieanleihe in Höhe von 14,6 Mrd. Dollar (rund 30 Mrd. DM) werde erst im dritten Quartal 2000 erfasst, hieß es.

Die Zahl der Beschäftigten im Konzern ist den Angaben zufolge gegenüber dem Jahresende 1999 im wesentlichen mit 195 700 Mitarbeitern konstant geblieben. Ein Personalabbau in der AG von rund 3 800 Beschäftigten wurde durch den Personalaufbau bei den Neukonsolidierungen sowie in den Wachstumsbereichen kompensiert. Die Personalproduktivität des Konzerns sei somit auf Basis des erhöhten Umsatzes gestiegen.

Die Zahl der T-Online-Kunden nannte die Telekom per Ende Juni mit 6,0 Mill. nach 4,2 Mill. zum Jahresende 1999 und 3,3 Mill. per Juni 1999. Damit sei man weiterhin Marktführer in Europa, hieß es. Die Zahl der Telefonanschlüsse im Festnetz stieg im Jahresvergleich um drei Prozent auf 48,5 Mill.. Die Zahl der ISDN-Anschlüsse wuchs mit 31 Prozent auf 15,3 Mill. überdurchschnittlich.

Die Aktien der Telekom, die seit Bekanntgabe der Übernahme der US-Mobilfunkfirma VoiceStream auf Grund des als hoch angesehenen Preises unter Druck sind, erholten sich am Donnerstag etwas. Die Aktie zog vormittags um knapp ein Prozent auf 51,58 Euro an.

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