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03.01.2001

16:39 Uhr

Aktienoptionen

Kommentar: Lockmittel gesucht

VonROLF KLEIN

Eigentlich ist es das falsche Signal: Da lassen sich Unternehmensvorstände großzügige Aktienoptionen genehmigen - und wenn der Kurs in den Keller rauscht, werden entweder die Konditionen nachgebessert, oder der fixe Anteil der Vergütung wird erhöht.

Wer Gerechtigkeitsprinzipien hochhält, ist geneigt zu rufen: durchhalten! Sorgt dafür, dass der Kurs wieder nach oben geht, erst dann steht euch die Belohnung zu! Denn immerhin waren es gerade diese Vorstände, die exorbitante Bezüge durch Aktienoptionen durchaus für berechtigt hielten, weil sie ja den Börsenwert des Unternehmens deutlich gesteigert hatten.

Nur: Derartige moralische Rigorismen mögen sich Daimler-Chrysler oder SAP leisten können - Startup-Unternehmen und weite Teile der New Economy können es nicht. Das Kardinalproblem der High-Tech-Neugründungen ist - abgesehen vom chronischen Mangel an Eigenkapital - der abgegraste Arbeitsmarkt für qualifiziertes Personal. Seit die Aktienoptionen praktisch wertlos sind, ist die Branche ihres wirkungsvollsten Lockmittels verlustig gegangen.

Verlieren aber die Unternehmen des Neuen Marktes ihre Anziehungskraft für hoch qualifizierte Arbeitskräfte, wird das ihren Niedergang beschleunigen. Daher wird jetzt so fieberhaft nach neuen Anreizsystemen gefahndet. Das wird den gebeutelten Aktionären nicht schmecken. Für die Unternehmen aber ist es ohne Alternative.

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