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08.01.2001

14:24 Uhr

Reuters PARIS/LONDON. Der italienische Telekom - und Internet-Anbieter Tiscali hat sich nach der milliardenschweren Übernahme von World Online nun die Mehrheit an dem zweitgrößten französischen Internet-Anbieter Liberty Surf gesichert. Tiscali wird jeweils 36,47 % der Anteile an Liberty Surf von dem britischen Einzelhandelsunternehmen Kingfisher und von der französischen Arnault-Gruppe übernehmen, wie Kingfisher am Montag in London mitteilte.

Die Anteile wechseln den Angaben zufolge für jeweils 145 Mill. Pfund (448,05 Mill. DM) per Aktientausch den Besitzer, was den mit 1,1 Mill. Kunden zweitgrößten französischen Anbieter Liberty Surf mit insgesamt rund 1,284 Mrd. DM bewertet. Tiscali zahlt für jede Aktie von Liberty Surf 0,365 neue eigene Aktien sowie 2,13 Euro und will den außenstehenden Aktionären das gleiche Angebot unterbreiten.

Das Geschäft steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aktionäre von Tiscali. Das Unternehmen hat sich eigenen Angaben zufolge bereits die Zustimmung von einer Mehrheit der eigenen Anteilseigner für den Kauf gesichert. In der von Konsolidierung unter den Anbietern gekennzeichneten Branche der Internet-Anbieter hatte Tiscali zuletzt den Online-Dienst World Online per Aktientausch übernommen. Tiscali hat mit dem geplanten Zukauf in Frankreich eigenen Angaben zufolge über 4,9 Mill. aktive Kunden in Italien, Belgien, der Schweiz, der Tschechischen Republik und Südafrika. Der italienische Konzern gilt als einer der vier großen Internet-Dienste-Anbieter in Europa neben Wanadoo, Terra Lycos und T-Online. Gemeinsam mit Liberty Surf wird Tiscali eigenen Angaben zufolge im laufenden Jahr einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro erwirtschaften.

Nach der vorübergehenden Aussetzung vom Handel lagen die Aktien von Tiscali am Montagnachmittag marginal schwächer als am Vortag. Unter Berücksichtigung des Aktienkurses von Tiscali am vergangenen Freitag in Höhe von 13,62 Euro will Tiscali für jede Aktie von Liberty Surf 7,10 Euro zahlen. Die Aktien von Liberty Surf notierten am Montag nach Wiederzulassung zum Handel acht Prozent im Minus bei 6,45 Euro. Die letzte Notierung vor Aussetzung des Handels hatte bei sieben Euro gelegen. Die Papiere von Kingfisher verloren in London im Trend des Gesamtmarktes 0,9 % auf 488,25 Pence.

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