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16.06.2000

12:14 Uhr

Aktionärsverbände halten 15 Euro je Anteilsschein für zu wenig

Gerresheimer Glas rät Aktionären zur Annahme des Investcorp-Kaufangebotes

Der Verpackungshersteller hat dazu geraten, das Kaufangebot des neuen Eigentümers anzunehmen. Aktionärsverbände kritisierten die Offerte.

vwd/dpa DÜSSELDORF. Die gebotenen 15 Euro je Anteilsschein seien attraktiv, sagte der Vorstandsvorsitzende Klaus Peter Rambow am Freitag auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Düsseldorf. Ziel des neuen Mehrheitsaktionärs sei es, einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit Gerresheimer abzuschließen. Den außenstehenden Aktionären solle in diesem Zusammenhang alternativ eine Barabfindung oder eine Garantiedividende angeboten werden. Die Höhe der Abfindung müsse noch festgelegt werden und könne vom öffentlichen Kaufangebot abweichen.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz und die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre empfehlen den Privatanlegern jedoch, das freiwillige Kaufangebot der Investoren von 15,00 Euro je Aktie nicht anzunehmen. Sie forderten auf der Hauptversammlung am Freitag in Düsseldorf einen höheren Betrag.

Aufsichtsratschef und VIAG-Vorstand Rainer Grohe wies den Vorwurf zurück, dass Gerresheimer Glas um jeden Preis verkauft werden soll. Angesichts der aktuellen Marktsituation im Verpackungsbereich seien die 13 Euro je Aktie für das Paket von 72,96 Prozent an Gerresheimer Glas ein fairer Preis. Die Münchner VIAG AG halte an dem Fusionskurs mit der VEBA AG zu E.ON fest, bei dem Randaktivitäten außerhalb der Kerngeschäfte Energie und Spezialchemie veräußert werden sollen. Die international tätige Investorengruppe Investcorp (London) und Chase Capital Partners (Beteiligungsgesellschaft der Manhattan Bank) sind Käufer des VIAG-Paketes.

Nach den Worten von Rambow soll Ende August oder Anfang September eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden, auf der über den Abschluss des geplanten Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages abgestimmt wird. Die bisherige Mehrheitsaktionärin, die Münchener Viag AG, hatte im Mai ihr 72,96 %-Paket an Gerresheimer Glas für gut 215 Mill. Euro an die Investmentgruppe Investcorp veräußert. Der Kaufpreis entspricht rund 13 Euro je Aktie. Die endgültige Übertragung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der EU-Kommission. Vorstandschef Rambow erläuterte, er rechne mit einer positiven Entscheidung bis Ende Juni.
Die Gerresheimer Glas AG gehört zu den 100 größten Gesellschaften an der deutschen Börse.

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