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04.07.2000

08:42 Uhr

Alarmstimmung

Russisches Militär riegelt Tschetschenien ab

Nach den Selbstmordanschlägen wurden zusätzliche Soldaten in die Kriegsregion entsandt. Die Rebellen warnen vor weiteren Attentaten.

afp MOSKAU. Nach den Selbstmordanschlägen der Rebellen in Tschetschenien hat das russische Militär die Kaukasusrepublik am Dienstag abgeriegelt. Zusätzliche Soldaten wurden an den Kontrollpunkten rund um Tschetschenien postiert, in der abtrünnigen Republik wurden die Stützpunkte stärker verbarrikadiert. Über das Fernsehen wurde gewarnt, dass jeder, der sich nach der Ausgangssperre auf der Straße aufhalte, ohne Vorwarnung erschossen werde. Nach Angaben der Nachrichtenagentur ITAR-TASS wurden im Zusammenhang mit den Anschlägen bereits 18 Menschen festgenommen. Der Tschetschenensprecher Mowladi Udugow warnte zuvor vor weiteren Anschlägen auch in Russland. Etwa 500 Freiwillige für Selbstmordanschläge stünden bereit und erwarteten Anweisungen für Anschläge in Tschetschenien und Russland, sagte er der Nachrichtenagentur AFP am späten Montag. Um weitere Anschläge zu vermeiden, müssten Juri Budanow sowie 450 Frauen und Kinder aus russischen Gefängnissen freigelassen werden, wie er der Nachrichtenagentur AFP am Montagabend sagte. Budanow war im März wegen des Mordes an einer Tschetschenin festgenommen worden. Auf der tschetschenischen Internet-Site >> www.kavkaz.org warnte auch der Rebellenführer Chattab am Dienstag vor einem Großangriff auf die Städte Gudermes und Urus-Martan. Laut Udugow wurden bei den Selbstmordanschlägen am Sonntag und Montag mindestens 670 russische Soldaten getötet, während die Russen zunächst nur den Tod von 47 Soldaten bestätigten.

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