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07.01.2001

16:07 Uhr

Algerische Terroristen wollten Botschaft in die Luft sprengen

US-Botschaft in Rom von Bombenanschlag bedroht

Drei Terroristen aus Algerien wollten italienischen Medienberichten zufolge am vergangenen Freitag die US- Botschaft in Rom in die Luft sprengen. Nur wenige Stunden zuvor hätten die offenbar vom Geheimdienst gewarnten US- Behörden die Botschaft auf der Prachtstraße Via Veneto für das Publikum gesperrt.

dpa ROM/WASHINGTON. Den Berichten zufolge hat die Gruppe Verbindungen zu dem mutmaßlichen saudischen Terroristenführer Osama bin Laden. Einer der Männer hätte den Anschlag mit einem "Kamikaze-Angriff" zu Ende führen und sich dabei selbst in die Luft jagen sollen, berichteten Fernsehen und Zeitungen am Sonntag unter Berufung auf amerikanische Geheimdienstkreise.

"Jetzt jagt Italien die Terroristen", hieß es. Die Botschaft bleibe auch Montag geschlossen. Auch das US-Konsulat in Neapel sei geschlossen. In allen anderen US-Einrichtungen herrsche erhöhte Alarmbereitschaft. Auf italienischen Flughäfen wurden die Kontrollen drastisch verschärft. Vor allem Flüge in die USA und den Nahen Osten waren betroffen. Es gehe um "Ernst zu nehmende Drohungen und unmittelbar drohende Gefahr", hieß es.

US-Außenministerium rief Amerikaner zu Wachsamkeit auf

Das US-Außenministerium hatte Amerikaner am Wochenende in aller Welt zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. Zugleich wurde die vorübergehende Schließung der Botschaft in Rom wegen nicht näher bezeichneter Sicherheitsbedenken verfügt.

Nach italienischen Berichten sind die Terroristen über Kroatien eingereist. Waffen und Munition seien von Albanien an Bord von Flüchtlingsschiffen ins Land gebracht worden. Die Basis der Terroristengruppe sei vermutlich Frankreich, meldete das Fernsehen weiter. Die Terroristen wollten mit ihrer Aktion "eine bestimmte Person" in der Botschaft treffen. Ein Bombenattentat auf die US- Niederlassung in der römischen Innenstadt hätte erhebliche Auswirkungen auf benachbarte Gebäude gehabt.

Auch der politische Berater der römischen US-Botschaft, Robert Callahan, sprach von einer "sehr glaubwürdigen Drohung". Der Zeitung "La Repubblica" (Rom) sagte er: "Aber es geht nicht nur um bin Laden. Er ist die Gefahr Nummer eins. Aber es gibt viele andere Organisationen, die amerikanische Einrichtungen attackieren wollen." Er erinnerte ausdrücklich an die Anschläge auf US-Niederlassungen in Kenia und Tansania 1998 mit 224 Toten.

Das US-Außenministerium erneuerte mit seinem Aufruf an alle Staatsbürger seine Warnung nach einem Anschlag auf das Kriegsschiff "USS Cole" im Jemen mit 17 Todesopfer am 12. Oktober. Die Bedrohung halte auch im neuen Jahr an. Bedroht seien sowohl Regierungsbeamte als auch Privatbürger.

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