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13.06.2000

08:41 Uhr

ap BERLIN. Der ÖTV-Vorsitzende Herbert Mai hat die Chancen für eine Einigung mit den Arbeitgebern im öffentlichen Dienst auf 50:50 eingeschätzt. Wenige Stunden vor Wiederaufnahme der Tarifverhandlungen am Nachmittag in Stuttgart sagte der Gewerkschaftschef am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin, die Positionen beider Seiten hätten sich "überhaupt noch nicht angenähert". Mai fügte aber hinzu: "Wir müssen mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben." Alle wollten ein Verhandlungsergebnis.

Nach einem Spitzengespräch Mais mit Bundesinnenminister Otto Schily war die Wiederaufnahme der Tarifgespräche am Pfingstwochenende überraschend mit dem Ziel bekanntgegeben worden, einen Streik bei Bund, Ländern und Gemeinden doch noch abzuwenden. Bei Urabstimmungen der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr und der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG) waren zuvor die für einen Arbeitskampf notwendigen Mehrheiten knapp erreicht worden. Falls auch bei der neuen Tarifrunde am Dienstag keine Einigung erzielt wird, soll der Streik nach dem Willen der ÖTV nunmehr am Donnerstag beginnen.

Mai betonte in dem Fernsehinterview, es gehe jetzt nicht mehr um die Ursprungsforderungen der Gewerkschaft, sondern darum, "den Schlichterspruch zu verbessern". Der ÖTV-Chef hielt es für möglich, die Erwartungen der Mitglieder und die Gewerkschaftsziele in Einklang zu bringen. Als Hauptforderungen nannte er, dass die Beschäftigten im öffentlichen Dienst an der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung Anteil hätten, der Osten für die Angleichung an die Westeinkommen bessere Perspektiven erhalte und akzeptable Regelungen bei der Zusatzversorgung erreicht würden.

Mai kündigte an, seine Gewerkschaft werde die konkreten Ergebnisse der Urabstimmung veröffentlichen, nicht aber wie vom hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch verlangt auch Detailergebnisse der Kreise und Bezirke. "Das würde den Arbeitgebern ermöglichen zu wissen, wo die ÖTV stark oder schwach ist", begründete der Gewerkschaftsvorsitzende seine Haltung.

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