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14.01.2003

14:35 Uhr

„Alles war so seltsam“

"Herminator" scheitert bei Comeback

Die Startnummer 13 hat Hermann Maier beim Comeback im alpinen Ski-Weltcup nach 675 Tagen Abwesenheit kein Glück gebracht. Der Doppel-Olympiasieger von 1998 verpasste am Dienstag beim Riesenslalom von Adelboden, den der Österreicher Hans Knauß gewann, als 31. des ersten Durchgangs die Qualifikation für den zweiten Lauf um 5/100 Sekunden.

Hermann Maier nach seinem ersten Weltcup-Start seit 675 Tagen. Foto: dpa

Hermann Maier nach seinem ersten Weltcup-Start seit 675 Tagen. Foto: dpa

HB/dpa ADELBODEN/SCHWEIZ. "Alles war so seltsam", sagte der "Herminator" und gab zu: "Natürlich habe ich mir mehr erwartet." Glücklich über die 13 war dagegen der Lenggrieser Andreas Ertl, der mit dieser Platzierung das WM-Ticket sicher buchte.

Der 31-jährige Knauß brauchte für seinen ersten Weltcupsieg seit vier Jahren 2:29,68 Minuten und lag damit 9/100 Sekunden vor dem Schweizer Michael von Grünigen und Kjetil-Andre Aamodt aus Norwegen. Didier Cuche (Schweiz) als Erster und Benjamin Raich als Zweiter schieden im zweiten Durchgang aus.

Andreas Ertl war der einzige deutsche Starter und schaffte mit der zweitbesten Zeit des zweiten Laufs als erster Athlet des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in St. Moritz (1. bis 16. Februar). "Ich freue mich riesig. Ich habe immer gewusst, ich kann es", jubelte der 27-Jährige. Ertl hatte sich dank seines 11. Platzes von Alta Badia eine bessere Startnummer verschafft und fuhr auf dem schweren Kuonisbärgli von Platz 29 nach dem ersten Durchgang noch weit vor. "Das ist super, einfach super", freute sich Cheftrainer Martin Oßwald.

Die Führung im Gesamt-Weltcup behauptete der Amerikaner Bode Miller trotz eines Sturzes im ersten Lauf. Doch Olympiasieger Stephan Eberharter (Österreich) konnte das Missgeschick seines Hauptkonkurrenten nicht nutzen und schied als auf Position 15 liegend im zweiten Durchgang aus. Somit führt Miller mit 690 Punkten weiter vor Eberharter (655).

Hermann Maier hat sich noch nicht entschieden, ob er nach seinem überraschenden Comeback die Rennen am Wochenende in Wengen und kommende Woche in Kitzbühel bestreitet. "Mal schauen, ich überlege, ob ich weiter fahre", sagte er. Ein Start wäre Voraussetzung für eine Teilnahme bei der WM in St. Moritz.

Der Flachauer verwies nach dem verpassten zweiten Lauf auf das Positive: "Am wichtigsten war für mich, dass ich ins Ziel gekommen bin." Allerdings gab er auch zu, "bei Trainingsfahrten vorweg gefahren" zu sein. Mangelnde Wettkampfpraxis zeigte sich jedoch schon beim Start. "Ich wusste nicht genau, was ich tun sollte, ob ich direkt fahren sollte. Prompt kam der erste schwere Fehler."

3,42 Sekunden Rückstand nach dem ersten Lauf waren mehr als erwartet. Österreichs Alpin-Sportchef Hans Pum hatte noch am Montag vor zu hohen Erwartungen gewarnt und erklärt, Maiers Platzierung sei egal. Zur Unsicherheit kam während des Rennens, dass Maier mit dem Bein eine Torstange touchierte. Jedoch war das linke und nicht das verletzte rechte Bein betroffen. Bei einem Motorradunfall mit einem deutschen Rentner bei Radstadt am 24. August 2001 hatte Maier schwere Unterschenkelverletzungen davon getragen.

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