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25.05.2000

17:22 Uhr

vwd FRANKFURT. Die niedrigen Inflationsdaten im April haben Frankfurter Bankvolkswirte am Mittwoch kaum überrascht. So lautete die erste Reaktion von Petra Köhler (Dresdner Bank) auch: "Wie erwartet!" Die interne Preisstabilität sieht sie in den weiteren Monaten für gewährleistet, da der entlastende Effekt aus den rückläufigen Ölpreisen eher zunehmen dürfte. Mit dem Rückgang im laufenden Monat habe sie ferner wegen des Basiseffekts infolge der Einführung der ersten Stufe der Ökosteuerreform im April 1999 gerechnet. Im derzeitigen Preisumfeld gibt es nach Ansicht von Michael Schubert einige beruhigende Faktoren für die Europäische Zentralbank (EZB).

Dazu zähle jedoch nicht die wenig erfreuliche Wechselkursentwicklung des Euro, der nach wie vor ein Risiko für die Preisstabilität darstelle. Eine Einschätzung, die Köhler nicht teilt. Sie verweist auf den in der Eurozone geringeren Importanteil. Deshalb sei der Einfluss der Importpreise geringer als zuvor in den einzelnen Volkswirtschaften. Allerdings geht sie bei der EZB-Ratssitzung am Donnerstag von einer Straffung um 25 Basispunkte aus. Die EZB habe die Märkte ausführlich darauf vorbereitet, dass sie bei anziehender Konjunktur ein möglichst neutrales Geldmarktzinsniveau anstrebe, sagt sie.

Für Schubert ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die EZB bis zur Sitzung am 11. Mai wartet. Im Grunde sei es egal, ob der Zinsschritt jetzt oder erst in 14 Tagen erfolgt, aber es sei denkbar, dass die EZB nicht den Eindruck erwecken möchte, panikartig auf den Wechselkursverfall zu reagieren. Das neutrale Zinsniveau wäre für Köhler bei "etwa vier Prozent" erreicht, während Schubert ab 3,75 % keine starken expansiven Impulse mehr sieht.

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