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19.03.2003

13:25 Uhr

Allianz-Aufsichtsratssitzung

Fahrholz wirft Brocken hin

Dresdner-Bank-Chef Bernd Fahrholz hat auf der Allianz-Aufsichtsratssitzung wie erwartet seinen Rücktritt erklärt und ist mit sofortiger Wirkung vom ehemaligen Privatkundenvorstand der Deutschen Bank, Herbert Walter, ersetzt worden.

Herbert Walter wird neuer Chef der Dresdner Bank, Foto: dpa

Herbert Walter wird neuer Chef der Dresdner Bank, Foto: dpa

Reuters FRANKFURT. "Der Aufsichtsrat der Allianz hat auf seiner Sitzung am 19. März Herbert Walter mit sofortiger Wirkung und Jan Carendi (58) mit Wirkung zum 1. Mai 2003 zu Mitgliedern des Vorstandes der Allianz berufen", teilte die Allianz am Mittwoch im Anschluss an ihre Aufsichtsratssitzung mit und bestätigte damit einen Reuters-Bericht vom Dienstag. Fahrholz habe darum gebeten, ihn vorzeitig von seinen Pflichten im Vorstand der Allianz zu entbinden. Dem habe das Gremium entsprochen.

Vieles spricht dafür, dass die Dresdner Bank unter der Führung Walters sich noch stärker auf das Filialgeschäft als Vertriebskanal für die Versicherungs- und Altersvorsorgeprodukte konzentriert: Der 49-jährige ehemalige Chef der Deutschen Bank 24 ist ein ausgewiesener Fachmann für das Retail-Banking. Er war zuletzt im erweiterten Konzernvorstand der Deutschen Bank hauptsächlich für das Privatkundengeschäft in Europa sowie kleinere Firmenkunden zuständig.

Über einen bevorstehenden Rücktritt Fahrholz' war in der Branche bereits spekuliert worden, die meisten Beobachter hatten jedoch damit gerechnet, dass der Manager frühestens im Sommer seinen Platz würde räumen müssen. Zum Konzernverlust der Allianz von 2,5 Milliarden Euro im dritten Quartal hatte die Dresdner allein knapp eine Milliarde Euro beigetragen.

Fahrholz hatte seine berufliche Zukunft immer damit verbunden, ob er die Bank bis Ende des Jahres aus der Verlustzone führen oder die Milliardenverluste zumindest nachhaltig verringern kann. Doch offenbar wollte der designierte Allianz-Chef Michael Diekmann den Wechsel schon jetzt. Diekmann wird Ende April die Nachfolge von Henning Schulte-Noelle antreten, der an die Spitze des Allianz-Aufsichtsrats wechselt.

Carendi übernimmt von Diekmann die Verantwortung für das Amerika-Geschäft. Diekmann bleibt aber weiter für den Bereich Personal verantwortlich.

Bei der Vorlage der Geschäftszahlen für 2002 werden Schulte-Noelle und Diekmann alles daran setzen, das Vertrauen der Märkte in die Kapitalstärke des Finanzkonzerns zurückzugewinnen.

Von Reuters befragte Analysten rechnen im Schnitt mit einem Verlust nach Steuern von knapp 1,4 Milliarden Euro nach einem Konzernjahresüberschuss von 1,623 Milliarden im Jahr 2001. Die Dresdner dürfte im Schlussquartal den Konzern erneut mit rund einer Milliarden Euro belastet haben.

Die Aktien der Allianz bauten ihre Gewinne am Mittag aus und notierten über sechs Prozent im Plus bei 68,07 Euro.

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