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15.01.2003

21:15 Uhr

Allianz erwägt direkten Verkauf

Bar-Auszahlung für Deutsche Bank-Anleihe möglich

Die Allianz AG geht davon aus, dass sie den Inhabern ihrer im Februar fälligen Wandelanleihe mit Umtauschrecht in Aktien der Deutschen Bank eine Milliarde Euro in bar zurückzahlen wird.

Reuters FRANKFURT. "Beim aktuellen Aktienkurs (der Deutschen Bank) werden wir die Anleihe in bar auslösen", sagte eine Sprecherin der Allianz am Mittwoch. Die Zahlung wolle Europas größter institutioneller Investor aus dem Cash-Flow begleichen. Noch sei offen, wie mit den Aktien der Deutschen Bank verfahren werde.

Die Allianz, die durch Verluste der Tochter Dresdner Bank und Abschreibungen auf Aktien zuletzt in die roten Zahlen gerutscht war, hatte den mit drei Prozent verzinsten Schuldentitel 1998 begeben. Eigentlich sollte dieser in Aktien der Deutschen Bank gewandelt werden. Auf diese Weise wollte sich die Allianz von ihrer 4,5-prozentigen Beteiligung an Deutschlands größter Geschäftsbank trennen, ohne dabei Kapitalerträge versteuern zu müssen.

Seit Auflage der Anleihe ist der Aktienkurs der Deutschen Bank aber rund 37 Prozent unter den damals vereinbarten Bezugspreis von 71,85 Euro gefallen: Am Mittwochabend kostete der Anteilsschein rund 45 Euro. Damit dürften sich die Anleihegläubiger kaum auf einen Tausch in Aktien einlassen, sondern die Bar-Auszahlung zuzüglich Zinsen bevorzugen.

In Bankenkreisen hatte es bereits Anfang Dezember geheißen, die Allianz erwäge einen direkten Verkauf der Deutsche Bank-Papiere, falls diese nicht von den Gläubigern eingetauscht würden. Der Finanzdienstleister müsste aktuell rund drei Viertel seiner Beteiligung verkaufen, um daraus eine Milliarde Euro zu erlösen. Die Allianz muss nach Einschätzung von Experten ihre Kapitalbasis verbessern, um das geplante Wachstum im Versicherungsgeschäft realisieren zu können.

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