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19.06.2000

11:25 Uhr

Reuters/vwd FRANKFURT. Der Münchner Versicherer Allianz hat eine Stellungnahme zu den Gesprächen der Dresdner und der Commerzbank über eine mögliche Zusammenarbeit abgelehnt. "Das kommentieren wir nicht", sagte ein Sprecher des Unternehmens am Montag auf Anfrage. Die Allianz ist mit knapp 22 %der größte Aktionär der Dresdner Bank.

Generali mit 5,2 % beteiligt

Der italienische Versicherungskonzern Generali dagegen, mit 5,2 % zweitgrößter Aktionär der Commerzbank, beobachtet nach eigenen Angaben die Gespräche zwischen Dresdner Bank und Commerzbank über eine mögliche Zusammenarbeit, möchte sich aber ebenfalls nicht dazu äußern.

Cobra wartet auf Klärung

Der größte Commerzbank-Aktionär, die zur niederländischen Rebon gehörende Cobra Beteiligungsgesellschaft mit einem Anteil von 17 %, hält sich mit Äußerungen ebenfalls zurück. "In der jetzigen Phase ist Zurückhaltung angesagt", sagte Hansgeorg Hofmann, Geschäftsführer der CoBra Beteiligungsgesellschaft, am Montag. Um dazu eine Stellungnahme abgeben zu können, müsse man erst einmal auf Klärung des Standes und der Substanz dieser Gespräche abwarten.

"Wir haben immer gesagt, wir wollen mit der Commerzbank und nicht gegen die Commerzbank zu einer Lösung kommen", sagte Hofmann weiter und dementierte dabei Zitate aus seinem Munde in der "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe). Hier seien Zitate aus seiner Erklärung in der Commerzbank-Hauptversammlung am 26. Mai verwendet worden, so Hofmann. Die CoBra hat bekanntlich Commerzbank-Aktien potenter privater und institutioneller Anleger. Dem Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen bereits im April angezeigt worden, die Beteiligung auf 19 % auszubauen. "Für eine Lösung, die den Wert der Commerzbank negativ beeinflusst, steht CoBra nicht zur Verfügung", hatte Hofmann damals gesagt.



Beobachter der Bankenszene gehen davon aus, dass die CoBra mit dem offen erklärten Ziel, das Aktienpaket mit Gewinn in eine Allianz der Commerzbank "mit einem starken Partner" (CoBra/Hofmann-Erklärung in der Commerzbank-HV) einbringen will, die Nachrichten um die Gespräche auf Vorstandsebene der Commerzbank mit der Dresdner Bank sehr aufmerksam verfolgt. Dass die CoBra in diesem Stadium noch nicht am Tisch sitzt, sei normal, weil diese Gespräche erst prüfen soll, "ob ein tragfähiges Konzept entwickelt werden kann", so die gemeinsame Erklärung der beiden Großbanken am Montagmorgen nach der Gesprächsrunde am Wochenende.



Nach dem spektakulären Scheitern der schon groß angekündigten Fusion von Deutsche Bank und Dresdner Bank gehen die Beobachter davon aus, dass nun die Vorstände von Dresdner Bank und Commerzbank sehr sorgfältig vorgehen werden. Fest überzeugt sind diese Beobachter, dass die Allianz - sie hält 22 Prozent am Aktienkapital der Dresdner Bank - vom Stand der Gespräche sicher laufend informiert werden dürfte. Die Gespräche Dresdner Bank und Commerzbank haben, wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren ist, im gegenwärtigen Stand des Prüfens der "Möglichkeit einer Zusammenarbeit" eine Gesamtlösung vor Augen, also keine Teillösung etwa auf dem Retail-Banking-Sektor. Die Dresdner Bank wolle an ihre vom neuen Vorstandssprecher Bernd Fahrholz am 19. Mai 2000 in der Hauptversammlung verkündeten Strategie einer "fokussierten europäischen Beraterbank" festhalten.



Während es in der gemeinsamen Erklärung der Dresdner Bank und der Commerzbank am Montagmorgen heißt, sie werden sich "über den weiteren Verlauf ihres Gedankenaustausches zunächst nicht weiter öffentlich äußern", hoffen die Börsianer und die interessierte Öffentlicheit der Bankenszene doch auf weitere Erklärungen von Dresdner-Bank-Vorstandssprecher Fahrholz, der sich am heutigen Montag in London den Analysten stellt.

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