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24.01.2002

16:16 Uhr

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Allianz wird nicht für Consors bieten

Entgegen Erwartungen aus Finanzkreisen wird der Finanz- und Versicherungskonzern Allianz wohl kein Angebot für den Online-Broker Consors abgeben.

rtr FRANKFURT. "Wir wollen kein Gebot abgeben und den Fokus stattdessen auf die Advance Bank legen", hieß es am Donnerstag aus Allianz-Kreisen. "Unsere Pläne sind nicht mit Consors kompatibel". Am Dienstag hatte es geheißen, die Allianz habe die Mittel, um sich eine Online-Marke wie Consors zu kaufen und damit ihre Internet-Vertriebskanäle deutlich zu stärken. Bei der Allianz und der zum Konzern gehörenden Dresdner Bank steht der Bereich Online-Brokerage bislang nicht im Zentrum der Strategie. Mit der Dresdner-Tochter Advance-Bank verfügt die Allianz lediglich über eine kleine, defizitäre Direktbank.

Das Interesse an einer Consors-Übernahme scheint damit generell zu schwinden. Am Donnerstag hatte bereits Postbank-Vorstandschef Wulf von Schimmelmann gesagt, sein Haus wolle nicht für Consors bieten: "Ich wage die Prognose, dass jemand anderes als die Postbank den Zuschlag für Consors bekommen wird. Und wenn wir das glauben, warum sollten wir dann bieten", sagte Schimmelmann.

Consors steht mehrheitlich zum Verkauf, seit die Mutter SchmidtBank in Schwierigkeiten geraten war und von einem Bankenkonsortium aufgefangen werden musste. Aus Finanzkreisen hatte es am Dienstag geheißen, es werde ein erneutes Angebot der Allianz für Consors erwartet, nachdem vor rund einem Jahr Übernahmegespräche an zu hohen Preisforderungen und dem Beharren von Consors-Chef Karl Matthäus Schmidt auf der Führung der Bank gescheitert waren. Die Aktien von Consors waren daraufhin um sechs Prozent gestiegen. Am Donnerstagnachmittag lag der Kurs der Consors-Aktie um 0,67 % im Minus bei 11,93 ?.

Bislang haben lediglich die HypoVereinsbank und die Commerzbank öffentlich Interesse an Consors bekundet. Die beiden Banken halten die Mehrheit an den Consors-Konkurrenten DAB Bank und Comdirect. Analysten gehen allerdings nicht davon aus, dass die Commerzbank in ihrer augenblich angespannten Situation die Mittel für einen Kauf des Online-Brokers aufbringen kann.

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