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26.01.2003

17:36 Uhr

Alternative mit alten Parolen

Wiesenthal-Zentrum beklagt antisemitische Töne auf Weltsozialforum

Auf der Anti-Davos-Veranstaltung im brasilianischen Porto Alegre gab es offenbar üble antisemitische Ausfälle.

dpa PORTO ALEGRE. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum hat antisemitische Töne beim Weltsozialforum in Porto Alegre beklagt. Poster mit der Aufschrift "Nazis, Yankees and Jews: No more chosen peoples!" (Nazis, Yankees und Juden: Keine auserwählten Völker mehr), oder "Sharon = Hitler" und Hemden mit einem zum Hakenkreuz verformten David-Stern bedruckt, seien Ausdruck einer antijüdischen Grundstimmung auf dem Welttreffen linker Alternativbewegungen, sagte am Sonntag Zentrums-Sprecher Shimon Samuels. Äußerungen dieser Art bedrohten auch die kleine jüdische Gemeinde der südbrasilianischen Großstadt.

Die Exekutivsekretärin des Forums, Alessandra Ceregatti, habe zugesagt, dass das Forum "alle antisemitischen Äußerungen verurteile und Maßnahmen ergreife, dass sie sich nicht wiederholten", sagte Samuels weiter. Der Sprecher berichtete auch, dass eine Gruppe von 20 jüdischen Forumsteilnehmern tätlich angegriffen worden sei, als sie mit Transparenten "Two peoples - Two states: Peace in the Middle East" (Zwei Völker - Zwei Staaten: Frieden im Nahen Osten) aufgetreten seien. In der Stadt waren auch Poster zu sehen, auf denen ein israelischer Soldat auf Kinder und Frauen anlegt.

Das Wiesenthal-Zentrum habe auch den Bürgermeister von Porto Alegre, Joao Verle, aufgerufen, keinen Antisemitismus in seiner Stadt zu dulden. Verle solle sich offen gegen diejenigen aussprechen, die Hass säten, hieß es weiter.

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