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25.01.2002

12:50 Uhr

Am Tisch mit Springer

Kirch verhandelt über Pro-Sieben-Sat1-Anteile

Die hoch verschuldete Kirch Gruppe verhandelt mit dem Axel Springer Verlag über dessen Beteiligung an dem Fernsehkonzern Pro Sieben Sat1.

dpa MÜNCHEN. "Die Gespräche laufen", sagte ein Sprecher der Kirch Gruppe am Freitag in München. Der Springer Verlag hat die Option, seine 11,5-prozentige Pro-Sieben-Sat1-Beteiligung für 1,5 Mrd. DM (knapp 770 Mio Euro) an Kirch verkaufen. Nach Informationen der "Financial Times" (Freitagausgabe) will die KirchGruppe einen Aufschub der Zahlung erreichen und ihre Schuldenlast damit kurzfristig nicht weiter erhöhen. Der KirchSprecher äußerte sich nicht zu den Inhalten der Gespräche. Auch eine Sprecherin des Springer Verlages lehnte eine Stellungnahme ab.

Springer hatte sich bei der Fusion von SAT.1 und Pro Sieben im Sommer 2000 die Option gesichert, seinen Anteil Anfang 2002 zu einem fest vereinbarten Preis verkaufen zu können. Inzwischen kostet die Pro-Sieben-Sat1-Aktie mit 5,15 Euro allerdings nur noch einen Bruchteil des damaligen Preises. Die Verkaufsoption des Springer- Verlags an Pro Sieben Sat1 gilt seit Wochen als ein Risiko für die finanzielle Situation der KirchGruppe. Der Konzern hatte Medienberichten zufolge bereits seit längerem geplant, den Anteil angesichts seiner finanziellen Situation später als vorgesehen von Springer zu übernehmen. Auch der Verlag könnte das Geld gut gebrauchen. Für das Jahr 2001 erwartet das größte Zeitungshaus Europas erstmals in seiner Geschichte einen Verlust, dessen Höhe aber noch nicht beziffert wurde.

Im Dezember war wegen der Verschuldung der KirchGruppe kurzfristig sogar über eine feindliche Übernahme des Konzerns durch den Medienmogul Rupert Murdoch spekuliert worden. Einen drohenden Finanzengpass hatte die Gruppe aber laut Branchenkreisen mit Bankenhilfe in letzter Minute abgewendet. Vor rund einer Woche hatte Murdoch erklärt, er sei an der Übernahme der Führung bei Kirchs verlustreichem Bezahlsender Premiere interessiert. Er werde aber keine feindseligen Aktivitäten gegenüber Kirch unternehmen. Murdoch hat die Option, seinen 22-prozentigen Anteil an Premiere für rund 1,5 Mrd. Euro an Kirch zurückgeben, wenn der Sender bis zum Herbst seine Ziele nicht erreicht.

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