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21.04.2003

17:12 Uhr

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American Airlines zieht hohe Manager-Boni zurück

Die Fluggesellschaft American Airlines hat nach einem Sturm der Entrüstung unter den Beschäftigten heimlich gewährte hohe Boni für sechs Spitzenmanager gestrichen. Dies hat die Fluggesellschaft am Freitag (Ortszeit) mitgeteilt.

HB/dpa FORT WORTH. Die 99 000 Bediensteten der American hatten erst vor kurzem 1,8 Milliarden Dollar (1,65 Mrd Euro) jährliche Tarifkonzessionen als Beihilfe für das Überleben der schwer angeschlagenen weltgrößten Fluggesellschaft gebilligt. Noch am gleichen Tag gab die AMR, die Muttergesellschaft der American bekannt, dass sechs Führungskräfte Boni in zweifacher Höhe ihres jährlichen Grundgehalts bekommen sollen, falls sie bis Januar 2005 bei dem Unternehmen bleiben.

Die American war von den Gewerkschaften unmittelbar nach Bekanntwerden der hohen Zulagen massiv angegriffen worden. Die Arbeitnehmerorganisationen und die Beschäftigten fühlten sich hintergangen, weil sie nicht während der Verhandlungen über ihre eigenen enormen Lohn-, Gehalts- und Sozialleistungskürzungen über die Boni und anderen Zusatzleistungen für die Spitzenkräfte informiert worden waren.

Die Gewerkschaften kritisierten auch in scharfer Form einen Treuhandfonds für 45 Spitzenkräfte, der deren Betriebspensionen im Falle einer American-Insolvenz schützen soll. Diese Leistungen will die American aber beibehalten. Konzernchef Don Carty entschuldigte sich bei den Gewerkschaftsführern. Er und die Manager verzichteten auf die Boni.

Unternehmen hatte mit dem Gang zum Insolvenzrichter gedroht

Die Flugbegleitergewerkschaft will bald noch einmal über die von ihren American-Mitgliedern zugesagten 340 Millionen Dollar an jährlichen Tarifkonzessionen abstimmen, berichtete die "New York Times" am Samstag.

Die Piloten und das von der Mechanikergewerkschaft vertretene Bodenpersonal hatten jährliche Tarifzugeständnisse von 660 Millionen Dollar beziehungsweise 620 Millionen Dollar gemacht. Der Rest stammte von anderen Mitarbeitern.

Das Unternehmen hatte den eigenen Mitarbeitern immer wieder mit dem Gang zum Insolvenzrichter und für diesen Fall mit noch höheren Tarifkürzungen gedroht, falls sie nicht zustimmen sollten. Deshalb sind die American-Bediensteten über die verheimlichten Sonderleistungen für die Bosse der Gesellschaft ganz besonders erzürnt.

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