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10.01.2001

15:28 Uhr

Amerikanische Streitkräfte bestätigen Unfall

US-Panzer verschoss 1987 in Grafenwöhr Uranmunition

Die US-Streitkräfte im oberpfälzischen Grafenwöhr haben bestätigt, dass es 1987 auf dem Truppenübungsplatz einen Unfall mit Uranmunition gegeben hat.

ap GRAFENWÖHR. Ein irrtümlich mit der Munition bestückter Panzer habe eine Granate verschossen, erklärte der Sprecher des Trainingskommandos der siebten US-Armee, Jeff Settle, am Mittwoch. Es habe nie ein Umweltrisiko gegeben. Am Einschlagsort des Geschosses sei die Erde abgetragen und die USA gebracht worden.

In Grafenwöhr habe es nie Übungen mit Uranmunition gegeben, sagte Settle: "Wir wollten und wollen nie mit ihr trainieren." Das würde keinen Sinn machen und wäre nur eine Verschwendung der teuren Munition. Es sei kein Problem, mit anderen Geschossen zu üben. Die Uranmunition sei lediglich bis zum Ende des Kalten Krieges 1990 in Grafenwöhr gelagert gewesen.

Grüne fordern Aufklärung

Die Grünen im bayerischen Landtag zweifelten an, dass die amerikanische Armee bereits die ganze Wahrheit über die Verwendung von uranhaltiger Munition eingeräumt hat. Die Fraktion wies darauf hin, dass die bayerische Regierung 1999 auf ihre Anfrage im Parlament geantwortet habe, die Uranmunition sei in Grafenwöhr nicht verwendet worden. "Wir haben 1999 nicht die ganze Wahrheit erfahren und auch jetzt nur Informationen bekommen, nachdem die Öffentlichkeit enormen Druck gemacht hat", sagte die Abgeordnete Maria Scharfenberg.

Die Grünen-Politikerin forderte die Landesregierung auf, alle Vorgänge in Grafenwöhr bis ins Detail aufzuklären. Dazu werde sie eine weitere Anfrage an die Regierung stellen. Settle wies die Verdächtigungen zurück: "Ich sage zu hundert Prozent die Wahrheit." Alles was die Streitkräfte wüssten, werde mitgeteilt.



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