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29.01.2001

13:45 Uhr

Amsterdamer Börse bleibt wegen technischer Probleme geschlossen

Europäische Börsen zeigen sich schwächer

Eurolands Börsen weisen Kursverluste aus. In Amsterdam allerdings herrscht Ruhe: Eine technische Störung ließ den Handel am Montagmorgen ausfallen.

D

ie europäischen Börsen haben sich am Montag im Vorfeld der für Mittwoch erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank mehrheitlich leichter präsentiert. Die Anleger übten sich in Zurückhaltung, sagten Händler. Der Markt warte ab, ob sich die Erwartungen auf eine Absenkung des Leitzinses um weitere 50 Basispunkte auch erfüllen werde, hieß es. Auf Grund der herrschenden Unsicherheit sei kein klarer Trend erkennbar. An einigen Finanzplätzen erholten sich die Technologiewerte von ihren Verlusten vom Freitag. Andere High-Tech-Titel setzten dagegen ihren Abwärtstrend fort. Wenig positive Impulse versprechen sich die Händler eigenen Angaben zufolge vom US-Handelsauftakt, zumal die Terminkontrakte auf die US-Indizes leichter tendierten. Der lustlose Handel werde voraussichtlich anhalten, bis es neue Nachrichten von der Fed gebe, sagte ein Händler.

An den US-Märkten hatte der technologielastige Nasdaq-Composite-Index am Freitag 0,98 % auf 2 781,30 Punkte zugelegt. Der US-Standardwerte-Index Dow Jones hatte dagegen mit einem Minus von 0,65 % bei 10 659,98 Zählern geschlossen. Der März-S&P-Futures deutete am Montag mit einem Minus um 3,3 Punkte auf 1360 Zähler auf eine behauptete Eröffnung der Wall Street hin.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz lag gegen 13.00 Uhr MEZ mit 4 560 Zählern kaum über seinem Vortagesniveau, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 0,25 % auf 4748 Punkte fiel.

Londoner Aktien gut behauptet

An der Londoner Börse tendierten die Titel am Montagvormittag in einem vorsichtigen Handel gut behauptet. Der FTSE 100 notierte 0,05 % höher bei 6 297 Zählern. Die Anleger warteten die Sitzung der US-Notenbank am Dienstag und Mittwoch vorsichtshalber ab, sagten Händler. Im Mittelpunkt eines ruhigen Handels standen die Bankenwerte, nachdem Medienberichte Gerüchte geschürt hatten, wonach die National Australia Bank eine Übernahme der Alliance & Leicester anstrebt. Die britische Hypothekenbank gewann daraufhin 1,43 % auf 707-1/2 Pence. Papiere des Nahrungsmittel-Einzelhändlers Iceland Group büßten rund 5,6 % ihres Kurswertes ein, nachdem es in einem Zeitungsbericht am Wochenende geheißen hatte, dass der Vorstandschef das Unternehmen verlassen werde.

In Zürich notierten besonders die Standardwerte schwächer

Die Schweizer Börse hat am Montag kaum verändert notiert. Händler sagten, die Kurse der Standardwerte hätten sich auf breiter Front etwas abgeschwächt. Vor dem Entscheid der US-Notenbank, der gemäß Markterwartungen eine Senkung des Tagesgeldsatzes auf 5,50 von 6,00 % bringen dürfte, hielten sich die Marktteilnehmer zurück, sagte Händler. Für den weiteren Verlauf dürften sich die Marktteilnehmer mit einem Auge an den US-Aktienfutures orientieren, hieß es weiter. Der SMI Index notierte 0,22 % höher bei 8058 Punkten. Die Banken verbuchten Kursgewinne. UBS gewannen 1,41 % auf 287,50 sfr und CS Group 1,62 % auf 345 sfr. Novartis und Roche verloren dagegen zwischen einem halben und einem Prozent.



Pariser Aktien drehen ins Minus

In Paris gaben die Aktien anfängliche Gewinne im Laufe des Vormittags wieder ab. Der CAC40 notierte am Mittag 0,59 % im Minus bei 5890 Zählern. Zuvor hätten erholte Technologiewerte Verluste bei Standardwerten mehr als wett gemacht, sagten Händler. Zu den belastenden Werten gehörten die Aktien des Einzelhandelsunternehmens Casino, die Händlern zufolge von Gewinnmitnahmen betroffen waren, nachdem der Wert am Freitag Kursgewinne eingestrichen hatte. Das Papier verlor 1,31 % auf 105,6 Euro. Die Papiere des Technologieunternehmens STMicroelectronics erholten sich rund einen Prozent auf 48,96 Euro, anfängliche Gewinne verloren dagegen Alcatel, die am Mittag 2,67 % im Minus bei 60,25 Euro notierten.



Mailand: Leichte Telekom - und Techwerte

Die italienischen Aktienwerte haben im Sog schwacher Telekom - und Technologiewerte in negativem Terrain tendiert. Der Mib 30 notierte am Mittag 0,27 % im Minus bei 44665 Zählern. Am meisten gehandelt wurden die Papiere von Seat Pagine Gialle, die zwei Prozent auf 2,125 Euro verloren. Telecom Italia notierten nach anfänglichen Verlusten kaum verändert bei 13,58 Euro. Die Aktien des Stromkonzerns Enel litten Händlern zufolge unter einem enttäuschenden Gewinnausweis für 2000. Die Aktie verbilligte sich rund ein Prozent auf 4,07 Euro.

Stromversorger belasten an der Börse in Madrid

An der madrilenischen Börse haben insbesondere die Titel der Stromversorger das Börsenbarometer belastet. Der Ibex büßte 1,17 % auf 9972 Zähler ein. Die Fusionsanwärter Endesa und Iberdrola notierten am Mittag 1,28 % tiefer bei 18,46 Euro beziehungsweise 1,4 % tiefer bei 14,07 Euro. Noch immer bestünden Zweifel darüber, ob die Fusion wie geplant durchgeführt werde oder nicht, sagten Händler. Verkauft wurden ferner die Titel der Banco Santander Central Hispano (BSCH), nachdem die größte spanische Bank ihre Geschäftszahlen für das vergangene Jahr mitgeteilt hatte. Das Papier verbilligte sich 3,5 % auf 11,58 Euro.



Kein Handel in den Niederlanden

Auf Grund technischer Probleme konnte am Montagvormittag kein Handel am niederländischen Finanzplatz in Amsterdam stattfinden.



Trotz steigender Techwerte zeigt sie die Börse Wien leichter

In einem insgesamt nachgebenden Markt haben Technologie-, Medien- und Telekomwerte am Montagvormittag an der Wiener Börse freundlich tendiert. BETandWIN legten um 4,71 % auf 5,56 Euro zu, Telekom Austria verteuerten sich um 0,17 % auf 6,01 Euro. Deutlich schwächer präsentierten sich Wienerberger, die 3,4 % auf 19,74 nachgaben. EVN gaben 2,4 % auf 29,75 Euro nach. Während Händler für den Rückgang bei Wienerberger keine Erklärung hatten, führten sie das Nachgeben bei EVN auf eine Klage von Minderheitsaktionären zurück. Der seit Montag nur mehr 21 Werte umfassende ATX folgte den lustlosen internationalen Vorgaben und fiel 0,42 % auf 1086 Zähler. Bank Austria sind seit Montag nicht mehr im ATX vertreten.

Brüssels Aktien haben sich gut behauptet

In Brüssel tendierten die Aktien im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der Fed gut behauptet. Der Bel20 gewann 0,09 % auf 2982 Zähler. Kräftige Kursgewinne von 37,8 % strich der volatile Technologiewert Real Software ein. Auf der Verliererseite standen die Papiere von Agfa, nachdem Medien berichtet hatten, Bayer könne möglicherweise seinen Anteil an Agfa verkaufen. Der Wert verbilligte sich 2,78 % auf 24,50 Euro. Trotz eines Gewinnzuwachses von 43 % von Telinda im abgelaufenen Geschäftsjahr verloren die Papiere des Telekomwertes fast acht Prozent an Wert. Händler sagten, die Aktie habe offenbar bereits im Vorfeld der Zahlen übertrieben zugelegt.



Stockholm im Plus: Kurze Erholung bei Ericsson

Die Stockholmer Börse hat sich bei kaum erholten Titeln des Telekomausrüsters Ericsson etwas fester präsentiert. Der OMX gewann 0,12 % auf 1074 Zähler. Die Titel von Ericsson, die am Freitag angekündigt hatten, die Produktion seiner Mobilfunkgeräte auszulagern, erholten sich zwischenzeitlich geringfügig von ihrem Kurseinbruch von elf Prozent am Freitag. Das Papier lag am Mittag jedoch wieder unverändert bei 105 skr. Parallel dazu verlief der Kursverlauf von Nokia, deren Unternehmenszahlen am Dienstag erwartet werden. Der Mitbewerber von Ericsson notierte nach anfänglichen Gewinnen am Mittag kaum verändert bei 356 skr. Reuters

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