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22.01.2001

20:37 Uhr

An der Fundamentalsituation hat sich nichts geändert

LetsBuyIt.com-Aktie fiel auf Rekordtief

Der vor dem Konkurs bedrohte Internethändler habe zwar 2,5 Mill. Euro der von dem zuständigen Gericht angeforderten 4 Mill. Euro aufgebracht. Aber selbst wenn das Unternehmen die restlichen 1,5 Mill. Euro bis zur gerichtlichen Anhörung in Amsterdam am Freitag beschaffe, benötige Letsbuyit bis zum 14. März weitere Mittel zur Sicherung der kurzfristigen Liquidität in Höhe von 30 Mill. Euro.

Reuters FRANKFURT. Die LetsBuyIt.com-Aktie ist am Montag auf ein Rekordtief gefallen. Die Aktie des am Neuen Markt notierten Unternehmen schloss mit 0,17 Euro um rund 40 % im Minus, nachdem sie zu Handelsbeginn sogar bis auf 0,14 Euro gefallen war. Der vor dem Konkurs bedrohten Internet-Händler habe zwar 2,5 Mill. Euro der von dem zuständigen Gericht angeforderten 4 Mill. Euro aufgebracht, hieß es in den mit der Situation vertrauten Kreisen am Montag. Selbst wenn aber das Unternehmen die restlichen 1,5 Mill. Euro bis zur gerichtlichen Anhörung in Amsterdam am Freitag beschaffe, benötige Letsbuyit bis zum 14. März weitere Mittel zur Sicherung der kurzfristigen Liquidität in Höhe von 30 Mill. Euro, verlautete aus den Kreisen weiter.

"An der Fundamentalsituation des Unternehmens hat sich nichts geändert. Der Konkurs droht immer noch", sagte ein Börsianer. Das Auslaufen der Haltefrist für Altaktionäre (lock-up) habe am Montag die Aktie zusätzlich belastet, auch wenn nicht sicher sei, ob die Altaktionäre wirklich verkauften, sagten Händler. Die Lock-up-Frist ist nach früheren Angaben der Schutzgemeinschaft für Kleinaktionäre (SdK) am 21. Januar ausgelaufen. Danach unterliegen die rund 70 Millionen Aktien der Altaktionäre nicht mehr dem Verkaufsverbot der Deutschen Börse. Bei den Aktien handele es sich um niederländische Papiere mit einem Nennwert von nur 0,01 Euro. "Es ist immer noch besser, 0,20 Euro für die Aktie zu bekommen als gar nichts", sagte ein weiterer Händler.

Am Freitag hatte das zuständige Amsterdamer Gericht den Konkursbeschluss für den Internet-Händler auf den 25. Januar verschoben. Bis dahin müsse das Unternehmen neue Mittel in Höhe von 4 Mill. Euro beschaffen. In Kreisen aus dem Umfeld der Rettungsverhandlungen hieß es jedoch, LetsBuyIt benötige über diese Summe hinaus innerhalb von zwei Wochen weitere 28 Mill. $, um einen Konkurs zu vermeiden. Unterdessen wurde mit Primus-Online ein weiterer Interessent für den Kauf von Teilen des angeschlagenen Unternehmens bekannt.

LetsBuyIt.com, das günstiges Einkaufen im Internet durch eine Bündelung der Nachfrage anbietet, hatte Ende Dezember einen vorläufigen Zahlungsaufschub nach niederländischem Recht beantragt. Kurz darauf gewährte das Landgericht Amsterdam diesen Aufschub, zugleich trat das Management des Internet-Händlers zurück. Die gerichtlich als Treuhänder von LetsBuyIt.com eingesetzte niederländische Anwaltskanzlei Van Doorne hatte am Dienstag vergangener Woche die Umwandlung des Zahlungsaufschubs in einen Konkurs beantragt. Das neue Management des Unternehmens hatte sich gegen diesen Schritt gewandt. Gespräche zwischen LetsBuyIt und möglichen Partnern wie dem französischen Internethändler Dealpartners.com und der norwegischen CoShopper liefen unterdessen weiter, hieß es aus unternehmensnahen Kreisen am Freitag.

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