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03.01.2001

13:25 Uhr

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Analyse: Wie tief kann der Neue Markt noch fallen?

VonJürgen Röder

Wie tief kann der Neue Markt noch fallen? Technische Analysten glauben an einen weiteren dramatischen Kursrückgang und befürchten, dass der All-Share-Index bis auf 1 643 Punkten abrutscht.

DÜSSELDORF. Nach dem heutigen Minus von über 7 % würde den Experten zufolge dem gesamten Neuen Markt ein Einbruch um weitere 30 % bevorstehen. Der Standardwerte-Index Nemax 50 hat gestern ein neues Rekordtief erreicht und ist heute mit einem erneuten Minus von über 9 % weiter gefallen.

"Vor den 1643 Punkten kann ich keine markante Unterstützung ausmachen", sagt Marcel Mußler, Technischer Analyst bei der Oliver Klemm Wertpapierhandelsgesellschaft. Auch sein Berufskollege Dirk Oppermann von der Commerzbank setzt auf diese Zahl. Damit hätte der Index nach Angaben der beiden Analysten sein Korrekturtief aus dem Jahr 1998 erreicht.

Mußler hat längere Zeit an eine Bodenbildung auf dem Niveau von 2640 Punkten geglaubt. "Das war aber mit dem Intershop-Desaster vorbei", sagte er. Das Unternehmen hatte am Montag katastrophale Quartalszahlen gemeldet. Oppermann hält derzeitige Käufe von Neuen-Markt-Werten für "kurzfristige Zockerei" und warnt vor Neuengagements, bevor der Index für Wachstumswerte einen Boden gebildet habe. Diese könne ungefähr einen Monat dauern. Vorher seien steigende Kurse nur Stabilisierungen innerhalb des intakten Abwärtstrends.

Für den Nemax 50 könne aus technischer Sicht kein Kursziel mehr genannt werden, sagte Holger Struck, technischer Analyst der Privatbank M.M. Warburg. "Da fehle dem erst im Juli 1999 eingeführten Index die Historie". "Völliges Fehlen einer Bodenbildung, völlig intakter Abwärtstrend, und die Trendfolgeindikatoren bestätigten das", erläutert Holger Struck, technischer Analyst der Privatbank M.M. Warburg den Zustand vom Nemax 50. An Aktienkäufe sollten Anleger erst denken, wenn der Index die Widerstandslinie von 2 952 oder 3 032 Punkten überwindet. Sein Ratschlag: Niemals in fallende Märkte kaufen, auch wenn Aktionäre dadurch 10 oder 20 Prozent Gewinn verpassen.



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