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15.01.2002

19:00 Uhr

Analysten erwarten Verschärfung der Lage

Kurzarbeit bei Airbus in Deutschland

Die anhaltende Krise in der Luftfahrt zwingt den europäischen Flugzeugbauer Airbus zu schmerzhaften Einschnitten. Wenn Airbus-Chef Noel Forgeard in Toulouse die Jahreszahlen vorlegt, erwarten Branchenexperten neben einem Order-Rückgang in 2001 von rund 30 % vor allem einen trüben Ausblick.

ebe DÜSSELDORF. "Das nächste Jahr wird sehr hart werden", sagte Luftfahrt-Analystin Martina Jung vom Bankhaus Metzler. Sie geht davon aus, dass Airbus seine Prognose, 300 Flugzeuge zu produzieren, nicht wird halten können. Auch die Analysten von Société Générale (SG) sind skeptisch: Sie erwarten in einer aktuellen Branchenstudie "nicht mehr als 250 Auslieferungen" in den Jahren 2003 und 2004 . In 2001 lieferte Airbus noch 320 Flugzeuge aus.

Derartige Rückgänge würden den zuletzt so erfolgreichen Boeing-Herausforderer zu weiter gehenden Kostensenkungsmaßnahmen zwingen. Die Airbus Deutschland GmbH kündigte gestern bereits Kurzarbeit an: "Es sieht so aus, als ob wir daran nicht vorbei kommen", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Gante in Hamburg. Gerechnet werde pro Werk mit zehn bis 20 Tagen Kurzarbeit für 2002. Dafür solle Airbus Deutschland im laufenden Jahr von Entlassungen verschont bleiben. Konkurrent Boeing hat auf die Krise mit weitaus härteren Maßnahmen reagiert: Bis Jahresende will der US-Konzern 30 000 Jobs in der Zivilflugzeugproduktion streichen.

Im Zweikampf der beiden Flugzeug-Riesen setzt sich der leichte Trend pro Airbus fort. Immerhin haben die Europäer in 2001 wieder mehr Jets verkauft als Boeing. Während der US-Hersteller einen Auftragsrückgang von mehr als 40 % auf 335 verkraften musste, gingen bei Airbus 367 Orders ein. Vor allem die 85 Bestellungen für den neuen Riesen-Airbus A380 haben geholfen, Boeing zum zweiten Mal nach 1999 zu überholen. Allerdings wurde der Vorsprung teuer erkauft - mit Erstkunden-Rabatten, die beim A380 nach Expertenschätzungen bei bis zu 40 % liegen.

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