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12.01.2001

20:22 Uhr

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Analysten erwarten Verschnaufpause beim Euro

Nachdem die am Freitagnachmittag vorgelegten US-Konjunkturdaten die Befürchtungen bezüglich einer konjunkturellen Abkühlung in den USA etwas dämpfen konnten, rechnen die Devisenanalysten in der anstehenden Handelswoche mit einer Verschnaufpause des Euro

vwd FRANKFURT. Der Markt werde weiterhin "on dips" Euro kaufen, erwartet Francis van Esch von der WestLB. Er sieht die europäische Einheitswährung zwischen 0,94 und 0,96 $. In jedem Fall wird seiner Ansicht nach die Unterstützung bei 0,94 $ halten. Die jüngsten US-Konjunkturdaten zeigten kaum Inflationsgefahr bei stagnierendem Wachstum.

"Die US-Konjunktur befindet sich noch nicht in einem so schlimmen Zustand, wie befürchtet wird", fügt Van Esch hinzu. Auch Eugen Keller vom Bankhaus Metzler wertet die Dezember-Daten zu Erzeugerpreisen und Einzelhandelsumsatz "viel besser, als befürchtet". "Die Rezessionshysterie müsste nachlassen", lautet seine Einschätzung. Er rechnet mit einer Range von 0,9250 bis 0,9570 $. Vom Sentiment her kann sich Keller kurzfristig Probleme für den Euro auf Grund der seit seiner Einführung auf Rekordniveau befindlichen Long-Positionen vorstellen. Gewinnmitnahmen könnten bei kleineren Enttäuschungen nicht ausgeschlossen werden.

Ferner verweist er auf die Relation zwischen Pfund Sterling und dem Dollar, die ein Vorläufer für Euro/Dollar sein kann. "Cable hat Probleme und bei einem Unterschreiten von 1,48 $ könnte auch der Euro Federn lassen", meint Keller. Eine Konsolidierung auf hohem Niveau erwartet Paul Mackel von Dresdner Kleinwort Wasserstein (DKW). Im Wochenverlauf sieht er den Euro eher am oberen Ende seiner Handelsspanne von 0,94 bis 0,96 $, wo er einen leichten Widerstand erkennt.

Sein DKW-Kollege Jesper Dannesboe erwartet infolge der Konjunkturverlangsamung und der schwachen Aktienmarkt-Performance in den USA, dass der Euro im zweiten Quartal die Parität überschreiten und im dritten Quartal mit 1,05 $ den Gipfel erreichen wird. Da die Kapitalströme, die für den festen Dollar maßgeblich waren, zum größten Teil aus der Eurozone stammten, rechnet er aus den erwähnten Gründen mit einer "drastischen Verlangsamung", von der der Euro profitieren sollte.

Die in der kommenden Woche anstehenden US-Konjunkturzahlen - u.a. Verbraucherpreise, Kapazitätsauslastung und Industrieproduktion - werden laut Norbert Wuthe (DG Bank) die Abwärtsbewegung bestätigen, jedoch ohne weiteren Rezessionsspekulationen Nahrung zu geben. Bremswirkung für den Euro könnte sich ergeben, wenn die Opec einen Förderrückgang beschlösse, durch den sich der Ölpreis auf einem hohen Niveau einpendeln würde, räumt er ein. Unterm Strich erwartet er eine Fortsetzung der Euro-Korrekturbewegung, die zwischen 0,9260 und 0,9690 $ verlaufen sollte.

In der Schwäche des Yen sieht Wuthe zur Zeit den einzigen Hoffnungsschimmer für die japanische Wirtschaft. Diese sähen Politiker und Zentralbanker genauso, weshalb weiterhin eine Yen-Abschwächung zu beobachten sein werde. Vor diesem Hintergrund nennt er für den Dollar eine Range von 115 bis 119 Yen und für den Euro von 107 bis 113,50 Yen. Mehr und mehr "bearish" für den Yen sieht sich Mackel (DKW). Die Lage am Aktienmarkt werde zunehmend besorgniserregend, begründet er seinen Standpunkt. Die US-Devise wird seiner Einschätzung zufolge zwischen 118 und 120 Yen pendeln und der Euro zwischen 112 und 114 Yen.

Ebenfalls einen weiterhin schwachen Yen erwartet Van Esch (WestLB). Für den Dollar nennt er eine Range von 116,50 bis 118,20/30 Yen und für den Euro zwischen 110,50 und 113,50 Yen. Als einziger erkennt Keller (Bankhaus Metzler) wieder etwas Licht am Yen-Horizont. Er verweist auf die zum Wochenschluss festere Tendenz an der Tokioter Börse und den positiven Konjunkturdaten, die den jüngsten Pessimismus etwas übertrieben erscheinen lassen. Er hält eine technische Gegenbewegung durchaus für möglich. Die US-Währung wird sich seiner Ansicht nach zwischen 116 und 118,50 Yen bewegen.

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