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05.02.2001

20:04 Uhr

Analysten halten für weitere Expansion Zugang zum Kapitalmarkt für notwendig

Bertelsmann wäre auf dem Börsenparkett gern gesehen

Der deutsche Medienriese Bertelsmann wäre auf dem Börsenparkett willkommen. Analysten begrüßten eine mögliche Notierung von Anteilen des Unternehmens aus Gütersloh. "Das wäre eine echte Bereicherung. Was die Großen der Medienbranche angeht, spielt die Musik bisher in Großbritannien und vielleicht noch in den Niederlanden", sagte Florian Leinauer von Helaba Trust.

koe/dpa FRANKFURT/M. "Vorher kommen zwar noch ein paar andere Brocken der Branche auf das Parkett. Aber Bertelsmann wäre natürlich ein ganz schönes Gewicht", meinte Oliver Rupprecht von M.M. Warburg Bank & Co.

Ganz überraschend kommt ein Börsengang von Bertelsmann freilich nicht. "Es hat ja bereits vor längerem ein Umdenken im Unternehmen gegeben", sagte Leinauer. Bisher habe Bertelsmann aber lediglich Tochterunternehmen wie etwa Pixelpark oder den Internet-Dienstleister Lycos auf das Parkett gebracht (siehe unten stehenden Artikel). "Sinnvoll ist es aber unter dem Strich nur, wenn die Mutter börsennotiert ist. Wer in der Weltliga der Medienunternehmen mitspielen will, benötigt Zugang zu den Kapitalmärkten", so Leinauer von Helaba Trust. "Die Akquisitionswährung Aktie ist das, was Bertelsmann noch fehlt. Sie braucht man für die wirklich großen Deals", sagte Rupprecht von M.M.Warburg.

Auf die geplante Fusion der Bertelsmann Music Group (BMG) und des Musikkonzerns EMI würde eine Börsennotierung von Bertelsmann nach Ansicht von Analysten keine Auswirkungen haben. "Die Fusion ist das höchste Ziel von Konzernchef Middelhoff. Er würde nichts machen, was dies gefährden könnte", ist sich Leinauer sicher. Neben Pixelpark und Lycos hat Bertelsmann auch die Tochter RTL-Group, Europas größte Fernseh- und Radioholding, an die Börse gebracht. Sie ist das Ergebnis mehrerer Fusionen.

Im Jahr 1997 schlossen sich die Luxemburger Compagnie Luxembourgeoise de Television (CLT) mit einer Allianz aus Bertelsmann (80 %) und der Essener WAZ-Gruppe (20 %) zur CLT-UFA zusammen. Im April 2000 fusionierte die CLT UFA mit dem weltweit tätigen TV-Produzenten Pearson TV zur RTL Group.

Bertelsmann und die WAZ-Gruppe wurden nach dieser Fusion mit 37 % zusammen der dominierende Partner. Die Gruppe GBL (Groupe Bruxelles Lambert) des belgischen Finanziers Albert Frère hielt bis zum jetzt vereinbarten Tausch gegen 25,1 % der Anteile an der Bertelsmann AG 30 % und Pearson 22 %.

Rund 11 % der Anteile wurden an die Londoner Börse gebracht. Zu einer Erfolgsgeschichte hat sich der Börsengang der RTL Group bislang freilich nicht entwickeln können. Mit rund 102 Euro ist das Papier derzeit weit vom Höchstkurs von 170 Euro entfernt.



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