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13.02.2001

07:30 Uhr

Analysten hoffen auf Signale für Zinssenkung

Rettet Greenspan die US-Wirtschaft?

Kurz nach 16 Uhr MEZ wird es am Dienstag wieder spannend. Dann tritt Alan Greenspan, Chef der US-Notenbank Fed , vor die Mitglieder des Bankenausschusses des US-Senats, um seinen zweijährlichen Überblick über die Lage der US-Volkswirtschaft zu geben. Ende Januar hatte der mächtigste Geldpolitiker der Welt ein düsters Bild gemalt: Das Wachstum liege fast bei Null, hieß es in seiner Rede vor dem US-Haushaltsausschuss.

rje NEW YORK. Vom "Economic Outlook Report", den der Notenbanker heute präsentieren wird, erwarten sich die Börsianer neue Hinweise der Fed über die Richtung ihrer zukünftigen Zinspolitik. "Das wird die wichtigste Rede in diesem Jahr", meint ein Analyst. Im Januar hatte die US-Zentralbank die Zinsen in zwei Schritten um einen vollen Prozentpunkt gesenkt. Die Börsianer hoffen nun, dass sich Greenspan bald zu einer ähnlichen Rettungsaktion entschliessen wird wie 1998. Damals hatte die Fed als Reaktion auf Asienkrise und die wirtschaftliche Misere in Russland die Zinsen dreimal hintereinander gesenkt, um das Vertrauen der Investoren in die Finanzmärkte zu stärken.

Einige US-Experten erwarten zudem, dass die wirtschaftliche Abkühlung in den USA nicht so stark ausfällt wie befürchtet. "Es gibt einige starke Anzeichen dafür, dass das US-Wachstum im zweiten Halbjahr wieder anziehen wird", sagt Sung Won Sohn, Volkswirt bei Wells Fargo. Vor allem im Konsumbereich sei das Schlimmste überwunden, glaubt der Experte.

Zudem wird erwartet, dass Greenspan sich heute von den Mitgliedern des Bankenausschusses harsche Kritik anhören muss. US-Volkswirte beklagen, dass der Notenbankchef zu spät auf die ersten Anzeichen einer sich abkühlenden US-Konjunktur reagiert habe. Auch um seine Aussagen in der Debatte um die Steuersenkungen dürfte es erneut Wirbel geben. Sie werden von den Demokraten kritisiert.

Die nächsten regulären Treffen des US-Offenmarktausschusses, der über die Zinspolitik entscheidet, finden am 20. März und am 15. Mai statt.

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