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04.01.2001

11:52 Uhr

Analysten kritisieren Rettungskonzept

Gewerkschaft gegen Verkauf von Daewoo Motor ins Ausland

Der Gewerkschaftschef Kim erteilte einem möglichen Verkauf des Unternehmens an ausländische Firmen eine klare Absage und stellte zugleich einen Gewerkschaftsplan zur Rettung von Daewoo vor.

rtr SEOUL. Die Betriebsgewerkschaft des bankrotten drittgrößten südkoreanischen Autobauers Daewoo Motor hat einem möglichen Verkauf des Unternehmens an ausländische Firmen eine klare Absage erteilt. "Regierung und Gläubigerbanken sollten einsehen, dass es schwierig ist, das Unternehmen an einen ausländischen Käufer zu veräußern", sagte Gewerkschaftschef Kim Il-seob am Donnerstag in Seoul. Die Gläubiger des Autoherstellers hatten dazu Gespräche mit General Motors (GM) und dessen Partner Fiat geführt, bei denen es früheren Medienberichten zufolge aber nur geringe Fortschritte gab.

Kim stellte zugleich einen Gewerkschaftsplan zur Rettung von Daewoo vor, mit dem die kürzlich vom Management angekündigten Stellenstreichungen verhindert werden sollen. Für den Fall, dass die Unternehmensleitung dennoch an ihrem Vorhaben fest hält, drohte Kim einen Streik an. Daewoo Motor will früheren Angaben zufolge im Rahmen seines Restrukturierungsprogramms nahezu jede dritte ihrer 19 000 Stellen streichen.

Das Rettungskonzept der Gewerkschaft sieht demgegenüber vor, dass die Beschäftigten abwechselnd vorübergehend in Urlaub gehen, um die Arbeitsplätze zu retten. Für den Fall, dass diese Forderung erfüllt wird, stellte Kim ein Entgegenkommen der Mitarbeiter bei Gehältern und Abfindungen in Aussicht. Er rief die südkoreanische Regierung und die Daewoo-Gläubigerbanken zugleich auf, gemeinsam mit der Gewerkschaft die Rettung des Autokonzerns aus eigener Kraft anzugehen. Dabei sollten sie die gleiche finanzielle Unterstützung gewähren, die sie GM auch bei einem erfolgreichen Verkauf von Daewoo anbieten würden, verlangte Kim. Die örtlichen Medien hätten berichtet, die Gläubiger würden Schulden des Autokonzerns in Höhe von 18 Bill. Won (rund 30 Mrd. DM) abschreiben, um einen Verkauf zu unterstützen.

Analysten kritisierten das Rettungskonzept der Gewerkschaft als unrealistisch. Ein Verkauf sei vielmehr der beste Weg, um die Probleme des Unternehmens zu lösen, hieß es. "Es geht nicht nur ums Geld", sagte Song Sang-hoon, Analyst beim Dong Won Economic Research Institute. "Das Unternehmen braucht ein besseres Management, frisches Kapital und die Möglichkeit, seinen Technologierückstand aufzuholen, um wieder wettbewerbsfähig zu werden", fügte er hinzu.

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