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10.07.2000

19:13 Uhr

Analysten sehen großes Potenzial in der Branche - Neben den Zahlen auch auf die „Story“ achten

DG Bank: Biotech-Aktien gut auswählen

Die deutsche Biotech-Branche steht vor einer Welle von Börsengängen. Trotz guter Wachstumschancen raten die Analysten der DG-Bank aber, bei einem Investment genau hinzuschauen

koe FRANKFURT/M. Das Umfeld für die deutschen Börsenaspiranten der Bio- und Gentechnik ist nach Ansicht der DG Bank sehr positiv. Das Vertrauen der Investoren sei nach der Enttäuschung der zurückliegenden Jahre zurückgekehrt, sind sich die Analysten Christa Bähr und Dirk Schlamp in ihrer Sonderstudie Biotechnologie sicher.

Der Nemax-Biotechnologie-Index werde den Nemax-All-Share, für den die DG Bank ein Plus von 50 % zum Jahresende prognostiziert, in der Performance klar übertreffen, erklärten die Experten gestern im Vorfeld des 2. Biotech Forums, das die DG Bank in Zusammenarbeit mit der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management e.V. (DVFA) sowie der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) veranstaltet.

Die Zahl der am Neuen Markt gelisteten Biotech-Unternehmen werde zum Jahresende von aktuell 14 auf rund 20 steigen. Bereits angelaufen sind die Börsengänge von Medigene sowie Analytik Jena. Daneben haben Lion Bioscience, Genescan sowie Develogen ihr "Going Public" angekündigt. "Wir erwarten eine Welle von Börsengängen, da eine Reihe Biotech-Unternehmen börsenreif werden", erklärte Bähr. Hinzu kämen Biotech-Ausgliederung großer Pharmakonzerne. Bähr glaubt, dass die Zahl der börsennotierten Unternehmen im kommenden Jahr auf rund 35 zulegen wird.

Die Aussichten für die Börsenneulinge bewertet sie vor dem Hintergrund der Entschlüsselung des menschlichen Erbgutes als sehr gut, auch wenn sie zu den einzelnen Börsenkandidaten kein Urteil abgab. Das Potenzial der Branche sei aber groß. Das Marktvolumen der biotechnologisch hergestellten Wirkstoffe werde von 30 Mrd. $ im vergangenen Jahr auf 72 Mrd. $ in den kommenden sieben Jahren wachsen. Allein aus Produkten, die sich aktuell in der klinischen Erprobung befänden, könnten 100 Wirkstoffe das Stadium der Vermarktung erreichen. Deutliche Kursimpulse und eine steigende Liquidität auf dem Parkett erwarten die DG-Bank-Analysten zudem von eine Übernahmewelle in der Biotech-Branche.

Angesichts der hohen Prognoseunsicherheit sowie der zum Teil hohen Bewertung einzelner Aktien sollten Investoren bei der Auswahl der Aktien allerdings genau hinschauen, raten die Experten. Neben den quantitativen Kriterien wie etwa die Bewertung sollten auch qualitative Faktoren berücksichtigt werden. Dazu zählen etwa Management-Qualitäten, Business-Plan, Kooperationen, Lizenzverträge oder die Marktpositionierung.

Dem eigenen Credo folgend nahm die DG Bank einen Teil der bereits gelisteten deutschen Biotech-Werte genauer unter die Lupe. Eine Kaufempfehlung sprechen sie für Cybio, Qiagen und Rhein Biotech aus. Das stärkste Kurspotenzial in den kommenden sechs Monaten sehen die Experten bei Qiagen mit einem Plus von 20 %. Für Rhein Biotech werden 14 %, für Cybio immerhin noch 12 % prognostiziert.

Das Urteil "Reduzieren" erhielten vor allem wegen der bereits sehr hohen Bewertung sowie der "jungen Produkt-Pipeline" November (vorhergesagte Kursentwicklung im kommenden halben Jahr: minus 8 %) und GPC Biotech (minus 9 %). Evotec Biosystem (plus 7 %), Mologen (plus 10 %), Morphosys (plus 6 %) sowie MWG-Biotech (plus 8 %) setzen Bähr und Schlamp auf "Akkumulieren".

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