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04.01.2002

13:29 Uhr

Analysten sehr kritisch

Zweifel an gutem Web-Weihnachtsgeschäft

Trotz der Erfolgsmeldungen großer Internet-Unternehmen zweifeln einige Analysten daran, dass das Online-Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr tatsächlich überragend gut verlaufen ist. Mindestens so wichtig wie die bereits veröffentlichten Zahlen seien nämlich jene, die noch nicht bekannt seien, sagte Analyst Ken Cassar von der Marktforschungsfirma Jupiter Media Metrix.

Reuters PALO ALTO. So habe das Web-Portal Yahoo zwar einen Umsatzanstieg von 86 % in diesem Weihnachtsgeschäft gemeldet. Unklar sei aber, welchen Anteil der Yahoo-Umsatz am gesamten E-Commerce-Geschäft habe. Cassar äußerte auch Zweifel an den Zahlen von AOL Time Warner.

AOL Time Warner hatte mitgeteilt, die Mitglieder seines Internet-Dienstes America Online hätten im vergangenen Jahr für 33 Mrd. US-Dollar im Internet eingekauft - 67 % mehr als noch im Jahr 2000. Jupiter Media Metrix erwarte allerdings, dass der gesamte E-Commerce-Umsatz 2001 bei rund 40 Mrd. US-Dollar liege, sagte Cassar. Die AOL-Zahlen würden demnach also nahelegen, dass AOL-Mitglieder für 80 % des gesamten E-Commerce-Umsatzes verantwortlich seien. Jupiter zufolge lag dieser Anteil in den vergangenen Jahren aber nur bei 40 %.

AOL beziffert die Zahl seiner Mitglieder mit mehr als 33 Mill. weltweit. Die Angaben zum E-Commerce-Umsatz von AOL-Mitgliedern beruhen dem Unternehmen zufolge ausschließlich auf Umfragen unter den Internet-Einkäufern selbst und berücksichtige keine Umsatzzahlen von Online-Händlern.

Eine weitere unbekannte Größe bei der Einschätzung des Web-Weihnachtsgeschäfts 2001 sind die Umsätze des weltgrößten Online-Händlers Amazon.com. Amazon hat bisher nur mitgeteilt, dass im vergangenen Weihnachtsgeschäft 37,9 Mill. Produkte nach 31 Mill. im Jahr 2000 verschickt worden seien. Allerdings hatte Amazon in der Vergangenheit wiederholt darauf hingewiesen, dass der Absatz schneller wachsen könnte als der Umsatz. Als Grund nannte das Unternehmen sinkende Preise für Elektrogeräte und die Vermutung, Kunden suchten inzwischen mehr nach Schnäppchen.

"Wenn das Online- mit dem Offline-Geschäft verglichen wird, dann steht Online ziemlich gut da", sagte Cassar. "Aber im Vergleich zu den vergangenen Jahren ist es ziemlich blutarm.

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