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17.01.2003

14:43 Uhr

Analysten verschätzt

USA: Handelsbilanzdefizit deutlich ausgeweitet

Das Handelsbilanzdefizit der USA hat sich im November auf Grund deutlich gestiegener Importe überraschend kräftig ausgeweitet.

vwd WASHINGTON. Nach Angaben des US-Handelsministeriums vom Freitag belief sich der Passivsaldo nach vorläufigen Berechnungen auf die neue Rekordhöhe von 40,10 Mrd. $. Für den Vormonat revidierte die Behörde ihre Angaben auf ein Minus von 35,22 Mrd. $, nachdem sie vorläufig ein Defizit von 35,07 Mrd. $ veröffentlicht hatte.

Insgesamt liegen die Daten für November damit weit über den Erwartungen der von vwd befragten Volkswirte, die im Mittel ihrer Prognosen lediglich mit einem Defizit von 37,0 Mrd. $ gerechnet hatten.

Die Exporte wiesen dem Handelsministerium zufolge dabei einen Anstieg um 1,1 % auf 83,19 Mrd. $ (Oktober revidiert: minus 0,6 % auf 82,29 Mrd. $) auf, die Importe erhöhten sich hingegen um 4,9 % auf 123,29 Mrd. $ (Oktober revidiert: minus 2,0 % auf 117,51 Mrd. $).

Beobachter wiesen nach Vorlage der Daten darauf hin, dass das Rekorddefizit womöglich zu einer neuerlichen Senkung der Prognosen für die Entwicklung des US-Bruttoinlandsprodukts im vierten Quartal führen wird. Bereits vor Veröffentlichung der November-Handelsbilanz waren viele Ökonomen davon ausgegangen, dass sich die Wachstumsdynamik im Schlussvierteljahr deutlich verlangsamt haben dürfte, nachdem die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal noch um annualisiert 4,0 Prozent zugelegt hatte.

Bilateral verzeichnete das US-Defizit insbesondere im Handel mit den meisten asiatischen Partnern einen kräftigen Anstieg, da nach der Wiedereröffnung der Häfen an der Westküste im Oktober die Einfuhren aus diesen Ländern deutlich zugelegt hatten. Im Handel mit China etwa erhöhte sich der Passivsaldo auf 10,45 Mrd. $, im Handel mit Japan auf 6,49 Mrd. $ und im Handel mit Südkorea auf die Rekordhöhe von 1,63 Mrd. $. Im Handel mit den Nafta-Partnern Mexiko und Kanada hingegen verringerte sich das Defizit auf 2,89 Mrd. $ beziehungsweise 3,74 Mrd. $.

Auch gegenüber den westeuropäischen Ländern war im November eine Verringerung des Passivsaldos zu verzeichnen gewesen, der auf 7,90 Mrd. $ zurückging.

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