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09.07.2000

14:46 Uhr

Angeblich 1 500 bis 2 000 Arbeitsplätze gefährdet

DaimlerChrysler-Betriebsrat kündigt Widerstand gegen Verschlankung der deutschen Zentrale an

Die Vereinbarung, wonach betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind, läuft zum Jahresende aus.

dpa STUTTGART. Energischen Widerstand hat der Betriebsrat der DaimlerChrysler AG am Standort Stuttgart gegen den vom Vorstand geplanten rigorosen Sparkurs angekündigt. Mit einem Flugblatt will der Betriebsrat am Montag die Mitarbeiter am Stammsitz des Autokonzerns über die Situation informieren. Der Betriebsrat rechne mit Einsparungen von 4,3 Milliarden DM (2,2 Mrd. Euro) in den kommenden zwei Jahren. "7 000 der 10 000 Arbeitsplätze in der Stuttgarter Zentrale sollen auf den Prüfstand kommen", sagte ein Betriebsratsmitglied am Sonntag der dpa. "Dies bedeutet, dass 1 500 bis 2 000 Arbeitsplätze gefährdet sind." Die Vereinbarung, wonach betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind, läuft Ende dieses Jahres aus.

Personalvorstand Günther Fleig hatte in der vergangenen Woche der Vertretung der rund 10 000 Beschäftigten über die vom Vorstand geplante radikale Verschlankung der deutschen Zentrale unterrichtet. Demnach sollen die Verwaltungskosten um 25 % heruntergefahren werden. Nach Informationen der "Stuttgarter Nachrichten" soll die Unternehmensberatung Roland Berger bereits Sparvorschläge vorgelegt haben. Der Vorstand will dies jedoch offenbar nicht übernehmen und hat deshalb jetzt die Abteilungsvorstände und Direktoren beauftragt, bis Anfang September Vorschläge zur Kostenreduzierung vorzulegen.

Im Betriebsrat stoßen die Pläne allerdings auf Kritik. Viele Mitarbeiter schenkten dem Unternehmen bereits heute monatlich 20 bis 25 Überstunden. Allein 1999 seien Überstunden im Wert von über 100 Mill. DM geleistet worden, die der Konzern nicht bezahlt und für die er auch keine Sozialabgaben entrichtet habe, sagte der Betriebsrat.

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