Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2003

12:27 Uhr

Angeblich keine Verstimmungen mit Unternehmen

Mövenpick-Chef Schöpfer schmeißt hin

Beim Schweizer Hotel- und Gastronomiekonzern Mövenpick verlässt nach dem Finanzchef auch der Konzernleiter das Unternehmen. Der von der deutschen Industriellen-Familie von Finck kontrollierte Konzern teilte am Freitag mit, Konzernchef Bruno Schöpfer trete auf die Generalversammlung vom 8. April zurück. Zum Nachfolger des knapp 50-jährigen Schöpfer sei der von Eurest/Compass Deutschland kommenden Jörg Asshauer berufen worden.

Reuters ADLISWIL. Schöpfer ist seit 1997 Konzernchef. Er galt als Mann des Hauptaktionärs Francois von Finck, der 70,9 Prozent der Aktienstimmen und 54 Prozent des Kapitals kontrolliert. Schöpfer, der davor in Hong Kong als Mövenpick-Managing Director Far East tätig war und später das Asien-Geschäft auch wieder betreute, kam etwas unter Beschuss nachdem der Konzern 2001 wegen des missglückten Asien-Engagements auf einen Verlust von 11,6 Millionen sfr kam. Auch für das erste Halbjahr 2002 schrieb Mövenpick rote Zahlen.

Von einem unfreundlichen Abgang Schöpfers wollte eine Mövenpick-Sprecherin aber nichts wissen. Schöpfers führe das Unternehmen bis zum 9. April. Er bleibe Verwaltungsratspräsident der Mövenpick Hotels and Ressorts. Zudem werde er seinen Nachfolger einarbeiten.

Finanzchef Urs Leinhäuser hatte im Dezember seinen Wechsel zum Textilmaschinenhersteller und Autozulieferer Rieter angekündigt. Er verlässt Mövenpick per 31. März 2003. Mövenpick verkaufte in der vergangenen Woche die Eiscreme-Sparte an Nestle . Offen - und wohl dem neuen Konzernchef überlassen - ist der Verkauf des Weingeschäftes.

Mövenpick hatte in der Vergangenheit mehrmals von einem möglichen Verkauf dieser Sparte gesprochen. Nur wenn ein solcher Verkauf gelingt, kann Mövenpick für 2002 mit einem Gewinn rechnen. Operativ dürfte es laut Firmenprognosen unter dem Strich rote Zahlen geben.

Die Gruppe verbuchte in der ersten Hälfte 2002 aufgrund nachlassender Nachfrage vor allem in Deutschland einen Verlust von 13 Millionen sfr nach einem Gewinn von 3,2 Millionen sfr im Vorjahr. Der Gruppenumsatz fiel 8,3 Prozent auf 420,1 Millionen sfr.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×