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24.01.2002

10:03 Uhr

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Angeblich Vorermittlungen gegen Schmidtbank

Die Staatsanwaltschaft Hof hat einem Zeitungsbericht zufolge Vorermittlungen gegen die SchmidtBank eingeleitet.

rtr FRANKFURT. Gegenstand der Untersuchungen sei offenbar, ob sich Verantwortliche bei der Bank möglicherweise der Insolvenzverschleppung schuldig gemacht hätten, berichtete die "Financial Times Deutschland" (Donnerstagausgabe). Die Staatsanwaltschaft Hof habe die Informationen weder bestätigen noch dementieren wollen, hieß es. "Zu der Frage, ob wir Vorermittlungen führen, äußern wir uns nicht", zitierte das Blatt den leitenden Oberstaatsanwalt beim Landgericht Hof, Heinz-Bernd Wabnitz. Die SchmidtBank habe keinen Kommentar abgeben wollen, berichtete die Zeitung. Bei der SchmidtBank war am Donnerstagmorgen zunächst niemand für eine Stellungnahme zu dem Bericht erreichbar. Der Verdacht richte sich darauf, dass die SchmidtBank mit Hilfe ihrer Online-Tochter Consors versucht haben könnte, ihre Kreditprobleme zu vertuschen, berichtete das Blattt weiter. Da der Aktienkurs von Consors bis Anfang 2000 steil anstieg, habe die SchmidtBank ihre Bilanz schönen können, indem sie ihre Mehrheitsbeteiligung an dem Online-Broker mit stetig steigenden Werten ansetzte. Inzwischen ist der Börsenwert von Consors allerdings um mehr als 90 % gefallen. Nach dem im Bilanzrecht verankerten Niederstwertprinzip hätte die SchmidtBank den Wertansatz von Consors senken müssen, was nicht oder nicht rechtzeitig geschehen sei, heißt es. Ein Verstoß gegen das Niederstwertprinzip ist nach den Worten von Wabnitz aber noch kein Straftatbestand.

Die Schmidtbank war im November in akute Schwierigkeiten geraten und von einem Bankenkonsortium aufgefangen worden. Die Tochter Consors steht seither zum Verkauf.

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