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23.01.2003

18:45 Uhr

Angebliche Bilanzfälschungen

Ermittlungen gegen MLP ziehen sich hin

Der Finanzdienstleister MLP muss noch mindestens ein halbes Jahr mit der Ungewissheit über den Ausgang der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen um seine angeblichen Bilanzfälschungen leben.

Reuters MANNHEIM. "Ein halbes Jahr wird nicht reichen, um zu einem Abschluss in dieser oder jener Richtung zu kommen", sagte der zuständige Staatsanwalt Hubert Jobski am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters in Mannheim. Das Ergebnis der umfangreichen Ermittlungen sei völlig offen. "Das ist ein sehr umfassendes Verfahren." Ein Großaufgebot von Staatsanwälten und Polizei hatte im Juli und im Oktober zweimal die Zentrale von MLP und die Privathäuser von Vorstand und Aufsichtsräten durchsucht und umfangreiches Aktenmaterial mitgenommen oder kopiert.

Der Schwerpunkt der Ermittlungsarbeit liegt nach Angaben von Jobski derzeit beim Landeskriminalamt in Stuttgart. "Wir hätten für die Akten gar keinen Platz", sagte er. In Mannheim selbst wühlten sich nur eine Staatsanwältin und ein Referent durch die Unterlagen. Die Aktenordner stapeln sich an einer sieben Meter langen Wand bis unter die Decke.

Die Unsicherheit um die Ermittlungen belastet Analysten zufolge auch den MLP-Aktienkurs. Am Donnerstag notierte das Papier mit 8,95 Euro erneut unter Vortag. Seit Anfang dieser Woche steht das Papier abermals massiv unter Verkaufsdruck, obwohl MLP am Mittwoch von einem "sehr zufrieden stellenden" vierten Quartal gesprochen hatte.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim geht dem Vorwurf falscher Bilanzierung bei MLP nach, nachdem der Versicherungs- und Finanzierungs-Vermittler wegen seiner Rechnungslegungspraxis seit Mai unter heftigen Beschuss von Kleinanleger-Vertretern, Medien und letztlich auch Analysten geraten war. MLP hatte die Vorwürfe geschönter Bilanzen stets zurückgewiesen, aber einige seiner Geschäftsmethoden inzwischen geändert. In das Visier der Ermittler ist dabei neben dem Vorstand auch Aufsichtsratschef Manfred Lautenschläger geraten.

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