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26.07.2000

20:52 Uhr

Angebliche Insidergeschäfte mit Aktien

Telefonica - Alierta wird Nachfolger von Villalonga

Telefonica-Chef Villalonga ist wegen angeblicher Insidergeschäfte unter Druck geraten. Regierung und Hauptaktionäre des größten spanischen Unternehmens hatten seit längerem seinen Rücktritt verlangt.

Reuters MADRID. Der spanische Telekommunikationskonzern Telefonica hat Cesar Alierta, bislang Chef des Tabakunternehmens Altadis, als Nachfolger des zuletzt stark in die Kritik geratenen Juan Villalonga bestellt. Damit bestätigte das Unternehmen am Mittwochabend im Anschluss an ein Vorstandstreffen entsprechende Gerüchte aus Branchenkreisen. Villalonga hatte zuvor bereits bei einem Treffen mit Gewerkschaftsvertretern seinen Rücktritt angekündigt. "In dem Gespräch hat er (Villalonga) betont, er sei auf Grund des Drucks seitens der Regierung dazu gedrängt worden, seinen Rücktritt einzureichen", sagte ein Gewerkschaftsvertreter.

"Der Vorstand von Telefonica und Juan Villalonga haben heute mitgeteilt, dass ... die richtige Zeit für einen Wechsel in der Unternehmensführung gekommen ist", erklärte Telefonica. Der Vorstand habe die Entscheidung für Alierta als Nachfolger einstimmig getroffen.

Die spanische Regierung sowie die Hauptaktionäre des größten Unternehmens Spaniens hatten bereits seit längerer Zeit auf einen Rücktritt gedrängt, nachdem Villalonga wegen angeblicher Insidergeschäfte mit Aktien seines Unternehmens unter Druck geraten war. Telefonica hatte die Insidervorwürfe stets zurück gewiesen. Zudem hatten sich die persönlichen Beziehungen zwischen Villalonga und Ministerpräsident Jose Maria Aznar, einem alten Schulfreund Villalongas, verschlechtert. Aznar hatte ihn 1996 an die Spitze des Telekomkonzerns geholt.

Die Telefonica-Aktie schloss am Mittwoch mit gut einem Prozent im Plus bei 23,74 Euro und schlug damit den Ibex 35 der führenden Standardwerte an der spanischen Börse sowie andere europäische Telekomtitel. Der Wert lag damit aber immer noch deutlich unter seinem bisherigen Höchststand von 32 Euro im März dieses Jahres.

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