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12.03.2003

13:13 Uhr

Angeblicher Druckfehler

Irak präsentiert umstrittene Drohne

Die irakischen Behörden haben Journalisten am Mittwoch in einer Rüstungsfabrik nördlich von Bagdad die umstrittene Drohne präsentiert, deren mögliche Fähigkeit zum Transport verbotener Kampfstoffe nun von den UN-Waffenkontrolleuren getestet werden soll.

HB/dpa BAGDAD. Ein Angestellter der Ibn-Fernas-Werke in El Tadschi erklärte, das ferngesteuerte Kleinflugzeug vom Typ "Al-Kuds-10" sei von Bagdad in seinem Abrüstungsbericht vom Dezember sehr wohl deklariert worden. Allerdings sei die Spannweite der Drohne wegen eines Druckfehlers mit 4,5 Metern anstatt 7,5 Metern angegeben worden. Das Fluggerät befinde sich noch im Stadium der Entwicklung.

Der Sprecher de UN-Waffenkontrollmission im Irak (UNMOVIC), Hiro Ueki, hatte am Dienstagabend in Bagdad erklärt, die UNMOVIC prüfe derzeit, ob das Flugzeug gegen die Reichweiten-Beschränkung von 150 Kilometern verstoße oder die Fähigkeit besitze, biologische oder chemische Kampfstoffe zu transportieren. Ueki sagte, das Flugzeug sei von der irakischen Führung nicht deklariert worden. Der Leiter des irakischen Direktorats für die Zusammenarbeit mit den UN-Inspekteuren, General Hossam Mohammed Amin, beteuerte, das Kleinflugzeug mit einem maximalen Ladegewicht von 20 Kilogramm solle lediglich eine Videokamera transportieren und zu Aufklärungszwecken dienen.

Inspekteure der UNMOVIC und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) suchten am Mittwoch nach Angaben von Amins Behörde insgesamt zehn Anlagen und Fabriken auf. Eine Gruppe von UN-Experten beaufsichtigte in der Raketenfabrik von El Tadschi erneut die Zerstörung von Kurzstreckenraketen des Typs Al-Samoud-2.

Weitere Inspekteure inspizierten unterdessen eine Al-Samoud-Fabrik im Bagdader Vorort Wasirija, eine Fruchtsaftfabrik und eine Molkerei in Bagdad sowie eine Entsorgungsstätte in Izhaki, 50 Kilometer nördlich von Bagdad, in der früher angeblich nicht näher genannte verbotene Substanzen vom Irak einseitig zerstört worden waren.

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