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10.01.2003

17:25 Uhr

Angebot ab 2004

Eurex plant eigene US-Derivatebörse

Die zur Deutschen Börse gehörende Eurex AG wird in den USA eine eigene Derivatebörse aufbauen. Ein direkter Einstieg sei viel versprechender als nur eine Allianz, begründete ein Deutsche-Börse-Sprecher den Schritt.

vwd FRANKFURT. Bislang war die Eurex bzw die Deutsche Börse über eine Kooperation mit der US-Terminbörse Chicago Board of Trade (CBOT) als Betreiberin der Handelsplattform a/c/e in den USA vertreten. Bereits im Juli 2002 hatte die Eurex die a/c/e-Allianz von Oktober auf Januar 2004 verkürzt und alle ursprünglich bis 2008 geltenden Kooperationsrestriktionen aufgehoben.

Ab 2004 wird die Derivatebörse laut CEO Rudolf Ferscha nun die gesamte US-Produktpalette von Zinsprodukten, Aktienoptionen und Indexprodukten anbieten. Die Gespräche mit Regulatoren und Marktteilnehmern in den USA über den Start der neuen Börse sollen bereits weit fortgeschritten sein. Wie die Deutsche Börse weiter betonte, ist auch ein Zukauf nicht ausgeschlossen. Die neue Börse werde aber auf jeden Fall auf der a/c/e-Plattform aufsetzen, hieß es. Eine Zielgröße für die anvisierte Teilnehmer- und Transaktionszahl zum Start nannte ein Sprecher nicht.

Die Eurex gehört zu je 50 Prozent der Deutschen und der Schweizer Börse und ist eigenen Angaben zufolge derzeit die größte Terminbörse der Welt. 2002 wurden auf Eurex rund 800 Mio Kontrakte gehandelt. Von dem unternehmerischen Erfolg der Terminbörse profitiert allerdings die Deutsche Börse überproportional, da ihr auf Grund der spezifischen Vertragsgestaltung 80 Prozent der Gewinne (Ebit) zustehen. Auf der a/c/e-Plattform wurden 2002 mit rund 150 Teilnehmern 130 Millionen Kontrakte gehandelt.

Händler bewerteten den Eurex-Expansionsschritt indes zurückhaltend: Besonders marktaktive Trading-Häuser seien national ausgerichtet oder auf bestimmte Produktgruppen und Underlyings fokussiert. Welche Börse für den administrativen Oberbau ihres Handels sorge, sei ihnen gleich. Der Sieger eines Wettbewerbes würde letztlich über Markttiefe und Transaktionskosten definiert, heißt es weiter. In den USA müsse sich die Eurex mit niedrigen Transaktionskosten und guter Ausführungsqualität aber noch beweisen.

Auch den Deutsche-Börse-Aktien taten die Neuigkeiten am Berichtstag nicht unbedingt gut. Die Titel verloren gegen den Markttrend etwa ein halbes Prozent auf 35,78 Euro.

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