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27.01.2003

08:00 Uhr

Angriff auf Microsoft SQL Server

"Computerwurm“ legt Internet fast lahm

Der gefährlichste "Computerwurm" seit etwa einem Jahr hat in der Nacht zum Samstag das Internet weltweit für mehrere Stunden nahezu lahm gelegt. Nach Angaben des Karlsruher Sicherheits- und Virenexperten Christoph Fischer war der Datenverkehr in allen Teilen der Welt gleichermaßen stark betroffen.

HB/dpa HAMBURG. "Der Wurm hat sich ausgebreitet wie ein Flächenbrand, überall war über Stunden nur noch Stillstand", sagte Fischer. Die Software habe so viele unerwünschte Daten über das Netz geschickt, dass die Leitungen unter der Überlastung zusammenbrachen.

Der Sicherheitsexperte sagte der Deutschen Presse-Agentur, der unter dem Namen "W32/SQLSlammer" bekannte Wurm nutze eine seit Monaten bekannte Sicherheitslücke im SQL-Datenbankserver von Microsoft. Mittlerweile hätten aber vor allem die Betreiber der großen interkontinentalen Leitungen und Knotenpunkte ihre Systeme gesichert. Fischer verglich Verbreitungstempo und Schadensausmaß von "Slammer" mit den berüchtigten Programmen "Nimda" und "Code Red", die 2001 für erhebliche Störungen des Internets sorgten. Das Antivirus-Unternehmen Symantec teilte mit, der Wurm verbreite sich automatisch und sei auch von aktueller Virensoftware nicht zu erkennen.

Der Höhepunkt der jüngsten Attacke war am Samstagabend nach Angaben des Karlsruher Virenexperten bereits überschritten. Angegriffen wurden ausschließlich größere Server, auf denen die Microsoft-Datenbanksoftware ohne die jüngsten Sicherheits- Aktualisierungen betrieben wurde. Private Internet-Nutzer bemerkten die Wirkung des bösartigen Programmcodes vor allem an extrem langsamen oder still stehenden Online-Verbindungen, ihre PCs waren in der Regel nicht direkt geschädigt.

Unterdessen befürchten die südkoreanischen Behörden weitere Störungen des Datenverkehrs. "Wir können einen zweiten Angriff durch den Wurm nicht ausschließen", sagte Südkoreas Informationsminister Lee Sang Chul am Sonntag. Das Problem sei versteckt und noch nicht vollständig gelöst. Südkorea wurde Experten zufolge von dem Wurm offenbar am stärksten betroffen. Das Programm legte die Internet-Dienste des größten Providers KT Corp als auch der anderen Anbieter lahm.

Computerwürmer gelten als noch gefährlicher als Viren. Während die Viren irgendwie, auch unbewusst, von dem Nutzer aktiviert werden müssen, etwa durch das Öffnen einer E-Post oder das Laden eines Programms aus dem Netz, können sie die Würmer auch selbstständig verbreiten.

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