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18.06.2000

13:29 Uhr

Angriff auf Online-Dienst

Hacker spionieren Kunden-Datenbanken von AOL aus

Sie verschafften sich Informationen über Rechnungsadressen oder Kreditkarten, bestätigte AOL. Deutsche Nutzer seien nicht betroffen, hieß es weiter.

dpa WASHINGTON/HAMBURG. Hacker haben sich in den USA Zugriff auf die Kundendatenbanken des weltgrößten Onlinedinestes America Online (AOL) verschafft. Wie Unternehmenssprecher in den USA und in Hamburg am Wochenende bestätigten, hätten die Angreifer eine "sehr beschränkte Anzahl" von Kundenkonten einsehen können. Zu den kritischen Kundendaten zählten unter anderem die Rechnungsadresse oder Kreditkarteninformationen. Deutsche Kunden seien ersten Erkenntnissen zufolge nicht betroffen, sagte der deutsche AOL - Sprecher Frank Sarfeld in Hamburg.

Die Hacker hätten mit Hilfe eines per E-Mail verschickten Spionage-Programmes die internen Zugänge von AOL-Mitarbeitern auf die Datenbanken missbraucht, hieß es. AOL habe inzwischen zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Das Unternehmen werde alles tun, dass "diese Hacker für ihre illegalen Handlungen strafrechtlich verfolgt werden". Ein Reporter des Fernsehsenders MSNBC hatte am Wochenende berichtet, ein Hacker mit dem Namen "Retired" habe ihm als Beweis für den Angriff die Informationen über sein Kundenkonto geschickt. Dort war auch angeführt, wann der Journalist sich zuletzt in das AOL - Netzwerk eingeloggt hatte.

Ein Bericht über die Verwundbarkeit des AOL-Sicherheitssystems wurde auf der Onlineseite von Observers.net veröffentlicht, an der ehemalige AOL-Mitarbeiter mitarbeiten. Sie erklärten, mit der Veröffentlichung solle AOL Gelegenheit gegeben werden, die Lücke zu schließen. AOL mit Sitz in Dulles/Virginia ist mit rund 23 Mill. Kunden der größte Onlinedienst der Welt.

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