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07.02.2002

19:23 Uhr

Angst vor neuer Firmenpleite belastet

Nemax kämpft mit der 1000er-Marke

VonANNA TRÖMEL

Hält er oder hält er nicht? Nur wenige Punkte trennen das Kursbarometer des Neuen Marktes vor dem erneuten Abgleiten in die Dreistelligkeit. Neben der schwachen Eröffnung der amerikanischen Technologiewerte löste am Donnerstag auch die drohende Insolvenz der Elsa AG Sorgen aus.

FRANKFURT/M. Der Neue Markt will einfach keine Eigendynamik entwickeln, oder besser gesagt: Bestenfalls eine nach unten gerichtete. Auch am Donnerstag setzte das Wachstumssegment der deutschen Börse seine am vergangenen Freitag begonnene Kurstalfahrt fort. Der Nemax verlor 0,39 % auf 1 028 Zähler, der Nemax 50 gab 0,10 % auf 1 055 Punkte nach. Neben der zunächst schwachen Tendenz der US-Technologiebörse Nasdaq drückte auch die Angst vor der ersten Firmenpleite des neuen Jahres auf die Stimmung.

Die Banken haben der Elsa AG die Kreditlinien zum 15. des Monats gekündigt. Da es heutzutage alles andere als leicht für ein defizitäres Unternehmen des Neuen Marktes ist, neue Geldgeber zu finden, droht den Anlegern der Totalverlust. Um diesen zu vermeiden, schmissen sie am Donnerstag die Stücke nur so auf den Markt und drückten den Kurs damit um über 50 % auf 86 Cent. Schon zwei Schritte weiter ist die Berliner Lobster AG . Das Amtsgericht Charlottenburg hat das Insolvenzverfahren eröffnet. Da mutete das Plus von 6,7 % auf 48 Cent etwas unkontrolliert an.

Gute Nachrichten standen indes hinter dem Plus von 7,1 % für die Vectron-Aktie. Das Unternehmen will 2 % der Mehrheitsbeteiligung an der niederländischen Eijsink Holding B.V. verkaufen. Dadurch würde der Münsteraner Spezialist für Kassen-Software zwar der Kontrollmehrheit verlustig gehen. Dank des - bislang nur in einer Absichtserklärung verankerten - Verkaufs wird er aber nach eignen Angaben auch einen außerordentlichen Ertrag von etwa 1,5 Mill. Euro verbuchen können. Zudem könnte der gesparte Konsolidierungsaufwand helfen, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) zu verbessern. Denn das Unternehmen hat einen guten Vorsatz für 2002 gefasst: Es will wieder profitabel werden. Der Aktienmarkt reagierte mit einem Plus von 7 %.

Applaus auch für die Multimedia-Agentur ID-Media (plus 4,5 % auf 1,64 Euro). Der Kurs des Unternehmens profitierte von einem Millionenauftrag der Telekom-Tochter T-Mobil. Gerade im Multimediabereich sind solvente Kunden rar. Umso besser macht sich da ein Aufttraggeber, der neben einer großen Mutter auch den eisernen Willen mitbringt, sich bald durch den eigenen Gang an die Börse viel Geld zu beschaffen.

Die Aktie der Mobilcom AG verbuchte einen Kursverlust von 1 % auf 19,28 Euro. Anfang Januar hatte das Papier zeitweise noch für mehr als 25 Euro den Besitzer gewechselt. Neben den UMTS-Sorgen belastet auch die Einschätzung der Rating-Agentur Standard & Poor?s den Kurs. Sie rät der Mobilcom-Gesellschafterin France Telecom, kein Geld mehr nach Büdelsdorf zu pumpen, da ihr ansonsten eine Herabstufung der Bonität droht.

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