Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2001

13:55 Uhr

Angst vor US-Rezession

Europäische Börsen warten auf die Fed-Entscheidung

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz fiel bis gegen 12.30 Uhr um 0,1 % auf 4537 Zähler, der Euro-Stoxx-50-Index für Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) gewann dagegen gut 0,2 % auf 4737 Punkte. Der Dow-Jones-Index der New Yorker Wall Street war am Dienstag mit einem Aufschlag von fast 1,7 % auf 10 881 Punkte aus dem handel gegangen, der Index der US-Technologiebörse Nasdaq schloss unverändert bei 2838 Zählern.

reuters. Die europäischen Börsen haben sich am Mittwoch vor der Entscheidung des geldpolitischen Ausschusses der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ohne klare Richtung präsentiert. Die abwartende Haltung der Investoren prägte allenorts das Geschehen, die Aktien-Indizes der großen europäischen Märkte tendierten entweder etwas leichter oder gut behauptet. Lediglich einige Einzelwerte brachen infolge entsprechender Unternehmensnachrichten nach oben oder unten aus.

Händler begründeten die lustlose Tendenz mit der am Abend europäischer Zeit erwarteten Zins-Entscheidung der Fed. Analysten rechnen damit, dass die amerikanische Notenbank ihren Leitzins um 50 Basispunkte verringern wird. Noch am Dienstag hatten enttäuschende US-Konjunkturdaten die Angst vor einer Rezession in Amerika geschürt und zugleich die Erwartung auf eine Senkung der Zinsen gesteigert.

LONDON - FTSE-Index etwas schwächer

Die Londoner Börse hat bei unter großer Zurückhaltung der meisten Marktteilnehmer etwas leichter tendiert, wie Händler sagten. Viele warteten nur auf die Fed und hielten sich mit ihren Investitionen zurück, hieß es. Der FTSE-100-Index gab um 0,6 % auf 6298 Punkte nach. Belastet wurde das Barometer durch Gewinnmitnahmen bei den Index-Schwergewichten Vodafone , British Telecom und C&W, sagten Händler. Deutlich schwächer tendierten auch die Aktien des Bankhauses Lloyds, das den Konkurrenten Abbey National übernehmen will. Branchenkenner rechnen jedoch mit wettbewerbsrechtlichen Schwierigkeiten und schlossen daher die Möglichkeit eines Gegenangebots nicht aus, weshalb die Lloyds-Aktie nach Angaben von Händlern unter Druck geriet.



ZÜRICH - SMI-Index gut behauptet

Die Schweizer Börse ist am Mittwoch etwas fester in den Handel gestartet und hat sich bis zum Mittag minimal in der Gewinnzone behauptet. Im frühen Geschäft hatten Händlern zufolge Kursaufschläge bei Schwergewichte wie Nestle , Novartis oder Roche den Markt gestützt. Der SMI der Standardwerte gewann knapp 0,1 % auf 8050 Zähler. Angesichts der Fed-Entscheidung dürfte sich der Handel nach Einschätzung von Marktteilnehmern im weiteren Verlauf eher seitwärts bewegen. Unter Druck standen die Titel der Swatch Group nach Vorlage der Umsatzzahlen 2000.



PARIS - Alcatel stützt CAC40-Index

Die Pariser Börse zeigte sich von ihrer freundlichen Seite und tendierte etwas fester. Die Aktie des Technologie-Konzerns Alcatel sprang nach der Vorlage eines deutlich gestiegenen Ergebnisses 2000 um mehr als sechs Prozent und stützte damit nach Ansicht von Händlern der Gesamtmarkt. Der CAC-Index für die 40 größten Unternehmen tendierte bis etwa 12.30 Uhr MESZ 0,3 % fester auf 5933 Punkte. Ebenfalls infolge positiver Geschäftszahlen verbuchten auch die Papiere des Öl-Konzerns TotalFinaElf Kursgewinne. Die Aktie der Telekommunikations-Firma Bouygues stand dagegen deutlich unter Druck, nach die Gesellschaft am Vortag ihren Ausstieg aus der Bieterrunde für eine Mobilfunklizenz der neuen Generation bekannt gegeben hatte.



MAILAND - Mib30-Index ohne klare Richtung

Der Mailänder Aktienhandel schlug am Mittwoch zunächst keine klare Richtung ein. "Es gibt nichts, was die Blue-Chips bewegt, der Markt wartet ab", hieß es mit Blick auf die mögliche Leitzinssenkung in den USA. Der MIB30-Index fiel um 0,2 % auf 44 722 Punkte. Die Papiere der Multimedia-Firma Seat legten im Vorfeld einer erwarteten Gerichtsentscheidung über eine geplante Akquisition der Gesellschaft um 2,6 % zu. Deutlich im Minus standen dagegen Italgas, nachdem der Versorger Enel klar gestellt hatte, er habe niemals ein Übernahmeangebot für die Gas-Firma unterbreitet.

MADRID - Börse in Madrid unentschlossen

Auch die Börse in Madrid zeigte sich abwartend. Der Ibex-Index legte im Vormittagsgeschäft noch etwas zu, drehte dann zur Mittagszeit jedoch leicht ins Minus und notierte 0,1 % niedriger bei 10 029 Zähler. Mit einer deutlichen Bewegung sei im Vorfeld der Fed-Entscheidung jedoch nicht zu rechnen. Telefonica legten erneut infolge einer Akquisition der Tochtergesellschaft Terra Lycos überdurchschnittlich zu, und auch die beiden Fusionskandidaten Iberdrola und Endesa verbuchten leichte Kursgewinne.

AMSTERDAM - AEX-Index kaum verändert

Die Amsterdamer Börse notierte kaum verändert. Der maßgebliche AEX-Index büßte 0,1 % auf 634,30 Punkte ein. Die Umsätze seien im Vormittagsgeschäft extrem dünn gewesen, hieß es. Etwas in Bewegung kamen die Aktien von Wolters Kluwer , nachdem das Verlagshaus mitgeteilt hatte, es halte nunmehr 94 % an der Internet-Firma Loislaw.com. Kursgünstige Anschaffungen trieben nach Angaben von Händlern den Kurs der Kabel-Gesellschaft UPC in die Höhe. Die Papiere des Chip-Konzerns ASML gerieten dagenen infolge einer schwachen Geschäftsprognose des US-Konkurrenten Applied Materials unter Druck.



WIEN - ATX-Index gibt nach

Die Wiener Börse hat am Mittwoch bei sehr geringem Umsatz leichter tendiert. Der 21 Werte umfassende ATX-Index gab knapp 0,7 % auf 1092 Punkte nach. Man rechne heute nicht mit großen Bewegungen, hieß es. "Alle warten auf die US-Zinsen", sagte ein Börsianer. Eine Zinssenkung unter 50 Basispunkten würde den Markt enttäuschen. "Es gibt inzwischen schon Vermutungen, dass es auch 75 Basispunkte werden könnten", sagte ein Markttteilnehmer.



BRÜSSEL - BEL20-Index auf der Verlustseite

Auch die Brüsseler Börse reihte sich in den Reigen der richtungslos tendierenden Aktienmärkte in Europa ein. Marktteilnehmer verwiesen darauf, dass sie nicht nur auf die Zinsentscheidung der Fed, sondern auch auf eine Prognose der Notenbank für die weitere Entwicklung der US-Konjunktur warteten. Der Bel20-Index fiel bis zum Mittag um 0,1 % auf 2967 Punkte. Die Brauerei-Aktie Interbrew stieg um 0,5 % auf 29,10 Euro, da der Titel in den Blue-Chip-Index Bel20 aufsteigen wird. Interbrew zum Opfer fallen werden die Papiere von Real Software, die am Mittwoch um vorübergehend mehr als zehn Prozent einbrachen.



STOCKHOLM - OMX-Index dank Telekom-Ausrüster fester

Der Stockholmer Aktienmarkt hat sich freundlich präsentiert. Der OMX-Index machte 0,4 % auf 1096 Zähler gut. Gestützt wurde das Barometer vor allem durch Kursgewinne bei den Schwergewichten Ericsson und Nokia , die um je mehr als zwei Prozent fester tendierten. Ansonsten stand auch die schwedische Börse ganz im Bann der Fed, wie Marktteilnehmer berichteten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×