Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.01.2003

20:25 Uhr

Anhaltende Konjunkturschwäche

Fed lässt Leitzinsen unverändert

Die US-Notenbank (Fed) hat am Mittwoch die Leitzinsen erwartungsgemäß unverändert auf dem niedrigsten Stand seit mehr als 40 Jahren gelassen und die Konjunktur- und Inflationsrisiken weiter als ausgeglichen bezeichnet.

US-Notenbank-Chef Alan Greenspan, Foto: dpa

US-Notenbank-Chef Alan Greenspan, Foto: dpa

Reuters WASHINGTON. Nach der einstimmig getroffenen Entscheidung des Offenmarktausschusses (FOMC) der Fed liegt der Schlüsselzins weiter bei 1,25 Prozent. In der Erklärung der Notenbank hieß es, die hohen Energiepreise und die Angst vor einem Irak-Krieg dämpften die Verbraucherausgaben und trübten die Lage am Arbeitsmarkt. Die Währungshüter äußerten sich aber optimistisch, dass die Wirtschaft wieder spürbar an Fahrt gewinnt, sobald sich die weltpolitische Situation entspannt.

Mit der Zinsentscheidung war an den Finanzmärkten nahezu einhellig gerechnet worden. Viele Analysten gehen davon aus, dass die Notenbank angesichts des drohenden Kriegs im Irak zunächst die weitere Entwicklung dieses Konflikts abwartet, bevor sie erneut an der Zinsschraube dreht. Zudem rechnen sie damit, dass die Fed auch die Auswirkungen des von Präsident George W. Bush vorgeschlagenen milliardenschweren Konjunkturprogramms abwarten will. Die Märkte reagierten zunächst kaum auf den Zinsbeschluss.

Die Fed behielt nach den zweitägigen Beratungen des FOMC zudem ihre Einschätzung bei, dass sich die Inflations- und Konjunkturrisiken die Waage halten. Mit dieser neutralen geldpolitischen Haltung signalisiert die US-Zentralbank, dass sie derzeit weder eine Notwendigkeit für eine Zinssenkung noch für eine-erhöhung sieht.

An den Aktienmärkten drückt derzeit vor allem die Furcht vor den Konjunkturauswirkungen eines lang andauernden Kriegs im Irak auf die Stimmung. Nach Ansicht der Fed besteht aber Anlass zur Hoffnung, dass sich das gesamtwirtschaftliche Klima in den USA dank der historisch niedrigen Zinsen verbessern wird, sobald die Kriegsgefahr gebannt ist.

Die US-Wirtschaft hatte sich 2002 und auch zu Beginn dieses Jahres nur schleppend von der Rezession erholt, in die sie 2001 abgeglitten war. Als Reaktion auf den drastischen Konjunkturabschwung hatte die Fed in den vergangenen beiden Jahren den Schlüsselzins in zwölf Schritten um insgesamt 525 Basispunkte gesenkt.

Volkswirte erwarten, dass die US-Wirtschaft auch im Schlussquartal 2002 nur langsam gewachsen ist, nachdem viele Einzelhändler von dem schwächsten Weihnachtsgeschäft seit 30 Jahren gesprochen hatten. Die Experten rechnen im Schnitt mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um annualisiert 0,7 Prozent nach 4,0 Prozent im Vorquartal. Das Handelsministerium wird seine erste Schätzung der Wachstumsdaten am Donnerstag vorlegen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×