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10.01.2002

11:34 Uhr

Anklage wegen Anstiftung zum Mord

Ex-Minister Wolf vor Gericht

Der frühere brandenburgische Bauminister Jochen Wolf muss sich seit Donnerstag vor dem Landgericht Potsdam wegen versuchter Anstiftung zum Mord an seiner Ehefrau verantworten.

dpa POTSDAM. Nach dem Verlesen der Anklageschrift wurde die Hauptverhandlung unterbrochen, weil sich der 60-Jährige zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern wollte. Der Prozess soll am kommenden Dienstag fortgesetzt werden. Zum Prozessauftakt gab es strenge Sicherheitsvorkehrungen.

Staatsanwalt Peter Mitschke warf dem früheren SPD-Minister, der 1990 sogar als Ministerpräsident in Potsdam im Gespräch war, versuchte Anstiftung zum Mord an seiner Ehefrau Ursula in zwei Fällen vor. Wolf hatte gestanden, einen Mann zur Ermordung seiner Frau angeheuert zu haben. Dazu soll er 1997 einem Bekannten 10 000 DM (5113 Euro) für einen Dritten übergeben haben. Den Betrag erhielt er jedoch 1998 zurück, ohne dass der Auftrag erfüllt wurde.

Im Jahr 2000 unternahm Wolf laut Anklage einen zweiten Versuch, seine Frau aus dem Weg räumen zu lassen. Der vermeintliche Killer offenbarte sich jedoch der Polizei. Wolfs Anwalt Stefan Waldeck ließ nach dem kurzen ersten Prozesstag offen, ob sich sein Mandant später zu den Vorwürfen äußern wird. Auf die Frage, ob er Wolf für unschuldig halte, sagte er lediglich: "Eine Aussage über Schuld oder Unschuld ist erst nach dem Abschluss der Beweisaufnahme möglich."

Nach Ansicht von Waldeck ist es Interpretationssache, ob die Aussagen Wolfs während des Ermittlungsverfahrens als Geständnis zu werten sind. Wolf, der seit Ende Juli 2001 in Untersuchungshaft sitzt, drohen bei einer Verurteilung bis zu 15 Jahre Haft. Wolf war 1993 wegen einer Immobilienaffäre vom Ministeramt zurückgetreten. 1998 geriet er erneut in die Schlagzeilen, als sich seine ukrainische Geliebte in der gemeinsamen Wohnung erschoss.

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