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10.01.2002

22:43 Uhr

Anleger agieren vorsichtig - Wall Street uneinheitlich - Unsicherheit vor Bilanzen

US-Börsen schließen wenig verändert

Die bevorstehende Bilanzsaison hat an der Wall Street am Donnerstag nach Händlerangaben für Unsicherheit der Anleger gesorgt. Die Kurse der Blue Chips schlossen leicht im Minus.

Reuters NEW YORK. Die Hoffnung auf eine Konjunkturerholung und bessere Unternehmensbilanzen habe den Technologieaktien dagegen knapp ins Plus verholfen, sagten Händler. "Technologie ist eine Wachstumsbranche - wenn es mit der Wirtschaft aufwärts geht, ist es der erste Sektor, der sich erholt", sagte Lance Zipper, Geschäftsführer Aktienhandel bei Brean Murray & Co.

Der Dow-Jones-Index verlor 0,26 Prozent auf 10 067,86 Punkte, der Nasdaq-Index stieg dagegen 0,11 Prozent auf 2 047,24 Zähler. Der breiter gefasste S&P-500-Index notierte 0,12 Prozent höher auf 1 156,55 Punkten.

Die Investoren befürchteten, dass die Hoffnung auf eine Trendwende der US-Konjunktur bereits weitgehend in dem derzeitigen Kursniveau enthalten seien, sagten Börsianer. "Eine Erholung ist schon eingepreist. Wohin kann es von hier aus noch gehen?" fragte Gary Dugan, Marktstratege für Vermögensverwaltung bei JP Morgan Fleming. "Die Leute können jetzt gute Gewinne mitnehmen. Solange die Unternehmen nicht mit besseren Überraschungen kommen, werden die Leute auf ihrem Geld sitzen bleiben."

Besser als erwartet ausgefallene Dezember-Zahlen für 84 US-Einzelhändler, die die Bank of Tokyo-Mitsubishi ermittelte, stärkten nach Händlerangaben einige Einzelhandelswerte. Die Umsätze in den Geschäften, die mindestens ein Jahr geöffnet waren, stiegen mit einem Plus von 2,3 Prozent stärker als die von der Bank prognostizierte Rate von 1,5 Prozent. Die Titel des größten Einzelhandelskonzerns der Welt, Wal-Mart, stiegen rund ein Prozent auf 57,00 Dollar. Die Aktien der Einzelhandelskette Gap legten rund 12,6 Prozent auf 16,35 Dollar zu und gehörten zu den umsatzstärksten Werten an der New York Stock Exchange. Der Umsatzrückgang bei Gap im Dezember sei mit Minus elf Prozent besser als von Analysten erwartet ausgefallen, sagten Händler.

Dagegen fielen die Aktien der Kmart Corp, des zweitgrößten Discount-Einzelhändlers hinter Wal-Mart, rund 12,5 Prozent auf 4,20 Dollar. Das Unternehmen wird nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2001/02 (zum 30. Januar) beim Gewinn hinter den Erwartungen von Analysten zurückbleiben. Zudem befinde sich Kmart mit seinen Gläubigern in Verhandlungen über weitere Finanzspritzen.

Sorgen der Investoren, nachlassende Automobilumsätze könnten die US-Autoindustrie belasten, haben nach Einschätzung von Händlern die Automobilwerte gedrückt. Ford-Aktien verloren rund 6,25 Prozent auf 15,29 Dollar. Die US-Investmentbank UBS Warburg hatte die Aktien zuvor auf "Reduzieren" von "Halten" heruntergestuft. Es werde erwartet, dass Ford einen umfangreichen Restrukturierungsplan vorlegen werde, der auch einen massiven Stellenabbau beinhalten könne, sagten Händler. Die Titel von General Motors verloren 0,34 Prozent auf 50,07 Dollar, obwohl der Konzern einen Gewinn für 2002 oberhalb der Analystenerwartungen prognostiziert hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten insgesamt rund 1,29 Milliarden Aktien den Besitzer, dabei überwogen 1 591 Verlierer 1 559 Gewinner, und 175 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,75 Milliarden Aktien 1834 Titel im Plus, 1822 im Minus und 277 unverändert.

Am US-Rentenmarkt notierten die richtungweisenden zehnjährigen Bonds zuletzt 17/32 im Plus mit 100-6/32 Punkten und erbrachten eine Rendite von rund 5,06 Prozent. Die 30-jährigen Titel wurden 1-3/32 höher auf 99-11/32 bewertet und rentierten mit 5,42 Prozent.

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