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08.01.2001

18:55 Uhr

Anleger hielten sich stark zurück

Schwache Börsen in Europa

Die europäischen Börsen haben sich zum Wochenauftakt mehrheitlich schwächer präsentiert. Händler begründeten dies vor allem mit den schlechten Vorgaben aus den USA. Insbesondere die schwach tendierende Technologiebörse Nasdaq, die erneut von Gewinn- und Branchenwarnungen heimgesucht werde, habe für Kurseinbußen unter den Aktienwerten der Branchen Technologie, Medien, Telekom ("TMT") gesorgt, sagten Händler

rtr FRANKFURT. Von Unternehmensseite gebe es nur vereinzelt kursrelevante Nachrichten. Die Anleger hielten sich stark zurück. Sie warteten auf die in den kommenden Tagen bevorstehende Veröffentlichung von Quartalszahlen wichtiger US-Unternehmen, hieß es weiter. Außerdem wollten sie nach den jüngsten Zinssenkungen die weitere Entwicklung der US-Konjunktur beobachten.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz gab bis zum frühen Abend 0,65 % auf 4473 Punkte ab, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) 0,48 % auf 4711 Punkte verlor.



London: Vodafone zieht Index ins Minus

An der Londoner Börse haben die großen Verluste des Börsen-Schwergewichts Vondafone den Gesamtmarkt belastet. Die Aktien gingen 5,99 % schwächer mit 231-3/4 Pence aus dem Handel. Der Telefonkonzern leide unter dem angekündigten Verkauf eines Aktienpaketes durch Hutchinson Whampoa, sagten Händler. Der FTSE schloss mit 0,8 % im Minus bei 6149,6 Zählern tiefer. Die Papiere des Konkurrenten British Telecom verteuerten sich dagegen um 0,48 % auf 630 Pence. Die Technologiewerte konnten teilweise trotz der schlechten Nasdaq-Vorgaben kräftig zulegen. Händler machten die unerwartet gut ausgefallenen Quartalszahlen von SAP hierfür verantwortlich. ARM stiegen um 6,69 % auf 508 Pence.

Zürich: Nestle-Papiere begehrt

Die Schweizer Börse hat am Montag insgesamt wenig verändert geschlossen. Händler sprachen von einem von Unsicherheit geprägten uneinheitlichen Geschäft. Die Marktteilnehmer wüssten angesichts der anhaltenden Korrektur an der US-Technologiebörse Nasdaq nicht, ob der Zeitpunkt für ein Engagement in ausgewählte Technologiewerte schon gekommen sei. Der SMI schloss 0,01 % höher mit 7986,6 Punkten. Kurseinbußen erlitten Novartis mit 2,34 % im Minus auf 2671 sfr. Hingegen stiegen die ebenfalls defensiven Nestle-Papiere um 1,55 % auf 3600 sfr. Sie stützten den Markt nach unten ab, hiess es. Zurich sanken trotz Zinsentspannung um weitere 2,57 % auf 947 sfr. Swiss Re stiegen dagegen bis zum Schluss 0,21 % auf 3835 sfr. Die beiden Grossbanken UBS und CS Group schlossen trotz der verschiedenen Spekulationen um Problemkredite bei US-Banken und möglichen Auswirkungen auf den Gewinn um 1,43 und 1,91 % höher.

Paris: Alstrom gaben nach



In Paris endete das Börsenbarometer CAC-40 unter dem Druck nachgebender Technologiewerte in negativem Terrain. Der Index verlor bis zum Sitzungsende 0,44 % auf 5732,80 Punkte. Im Mittelpunkt standen Marktteilnehmern zufolge Lafarge, die nach der Abgabe einer Übernahmeangebotes für Blue Circle um 7,1 % auf 98 Euro zulegten. Alcatel konnten nur kurzfristig vom angekündigten Verkauf ihrer Tochter Alstom profitieren und lagen gegen Handelsschluss wieder 0,32 % im Minus bei 61,45 Euro. Alstom verbilligten sich um 5,27 % auf 25 Euro.

Mailand: Seat trübte Stimmung

Die italienischen Aktienwerte sind dem europäischen Trend in negatives Territorium gefolgt. Der Mib30 schloss die Sitzung 0,56 % im Minus bei 42 753 Punkten. Die im Sog der Nasdaq weiter nachgebenden Kurse von Seat trübten die Stimmung zusätzlich, sagten Händler. Die Aktie rutschte um 0,22 % auf 1,845 Euro ab. Die Schwergewichte Olivetti und Telecom Italia büßten 0,32 % auf 2,47 Euro beziehungsweise 0,26 % auf 12,25 Euro ein.

Madrid: Telefonica belasten Gesamtmarkt

Trotz starker Kursverluste des Schwergewichts Telefonica gingen die Aktienwerte an der madrilenischen Börse mit Kursgewinnen aus dem Handel. Der Ibex notierte am Ende der Sitzung 0,2 % im Plus bei 9623,6 Zählern. Die Aktie der Telefonica verbilligte sich um 1,93 % auf 18,78 Euro. Dagegen legten die Töchtergesellschaften Terra Lycos und TPI nach erneuten Fusionsspekulationen um 6,34 % auf 12,92 Euro beziehungsweise um 2,51 % auf 6,13 Euro zu. Endesa stiegen unterdessen um 0,75 % auf 18,82 Euro. Die Aktie habe von der Aussicht auf ein Nicht-Zustandekommen der vom Markt abgelehnten Fusion mit Iberdrola profitiert. Deren Papiere verteuertsen sich ebenfalls um 0,14 % auf 14,25 Euro.

Amsterdam: Philips profitierte vom DVD-Boom Schwache Vorgaben von der US-Technologiebörse Nasdaq haben Händlern zufolge die niederländischen Aktienwerte belastet. Der AEX büßte 0,73 % auf 631,15 Punkte ein. Da es dem Markt an eigenen Impulsen fehle, könne er sich nicht aus dem Einfluss der Nasdaq lösen, sagten Händler. Entgegen dem Branchtrend tendierten sich die Aktien des Schwergewichts Philips, die nach Händlerangaben von Medienberichten über gute Verkaufszahlen von DVD-Spielern profitierten und sich um 1,1 % verteuerten. UPC verbilligten sich dagegen um 0,17 % auf 11,50 Euro. Größter Verlierer waren die Papiere von ASM Lithography, die 5,5 % ihres Wertes auf 25,25 Euro verloren.



Wien: Libro brechen ein

Die österreichischen Aktienwerte haben bei einem Kurseinbruch des Buch- und Medienhändlers Libro tiefer geschlossen. Der ATX gab um 0,4 % auf 1078,58 Zähler nach. Im Mittelpunkt standen Händlern zufolge Libro, die um 13,04 % auf 14 Euro fielen. Der Titel sei bei geringen Umsätzen "runtergeprügelt" worden, hieß es. Fundamentale Gründe für den Verkauf gebe es allerdings nicht. Es handele sich wahrscheinlich um die Abgabe eines großen Anlegers. Bank Austria litten unterdessen unter den Verlusten ihres Fusionspartners HypoVereinsbank und gaben rund zwei 2,2 % auf 63 Euro nach.

Brüssel: Finanztitel schwach

In Brüssel belasteten Börsianern zufolge die unklaren Auswirkungen der sich abschwächenden US-Konjunktur die Stimmung. Der Bel20 schloss 0,61 % niedriger bei 2995,23 Punkten. Die Anleger hätten sich auf wenige ausgewählte Titel konzentriert, hieß es. Interbrew erholten sich etwas von ihren herben Verlusten der Vorwoche und stiegen um 2,41 % auf 26,37 Euro. Die Finanztitel präsentierten sich schwach. Händler sagten, dass sich die Investoren derzeit für riskantere Finanztitel interessierten. Fortis gaben um 0,45 % auf 35,44 Euro nach, während Dexia 0,93 % auf 181,30 Euro verloren.

Stockholm: Ericsson und Nokia leichten

An der Stockholmer Börse gaben die Schwergewichte Ericsson und Nokia im Sog der Nasdaq deutlich nach. Die Aktien rutschten um 4,57 % auf 104,5 skr beziehungsweise um 5,42 % auf 401 skr ab. Der OMX büßte 0,56 % auf 1066,05 Zähler ein. Gegen den europäischen Branchentrend stiegen Telia um 3,92 % auf 53 skr, nachdem sie ein UMTS-Joint-Venture mit NetCom angekündigt hatten. Telia hatte im vergangenen Dezember überraschend keine UMTS-Mobilfunklizenz erhalten. NetCom gingen 18,5 skr höher bei 398,5 skr aus dem Handel.

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