Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.01.2001

21:37 Uhr

Anleger reagieren bei schlechten Nachrichten sofort

Neuer Markt erreicht größten Tagesverlust in der Geschichte

Die Stimmung bei den Analysten konnte schwärzer nicht sein: "Die Bodenbildung ist noch nicht erreicht", sagte Albert Rapp, Händler bei Trinkaus & Burkhardt

dpa-afx FRANKFURT. Die Wachstumswerte am Frankfurter Neuen Markt erlebten am Dienstag einen rabenschwarzen Start ins neue Börsenjahr. Mit dem höchsten Tagesverlust in der Geschichte dieses Marktsegments und ständig neuen 52-Wochen-Tiefsständen wird der erste Handelstag des Jahres 2001 wohl allen lange unvergessen bleiben. Der NEMAX 50 verlor binnen elf turbulenten Handelsstunden 12,01 Prozent auf 2.524,44 Zähler. Phasenweise rutschte er gar auf 2.513,67 Punkte ab - ein neues 52-Wochen-Tief. Der alle Werte umfassende NEMAX All-Share stand dem NEMAX fast in nichts nach und büßte 8,23 Prozent auf 2.517,50 Zähler ein. Auch er markierte am späten Nachmittag mit 2.515,17 Punkten ein neues 52-Wochen-Tief. "Die Bodenbildung ist noch nicht erreicht", sagte Albert Rapp, Händler bei Trinkaus & Burkhardt. Der Fall des Neuen Marktes könnte sogar weitergehen, befürchtet er. Dabei waren viele Händler von einem freundlichen Auftakt ausgegangen. Doch die Gewinn- und Umsatzwarnung vom Indexschwergewicht Intershop Communications zerstörte diese Hoffnung. "Das war ein Hammer", sagte Rapp. Schließlich galt Intershop als ein "Musterschüler" unter den NEMAX 50-Werten. Die Erwartungen seien bislang erfüllt worden, alle hätten "an eine Zukunft des Unternehmens" geglaubt. Die Anleger, spätestens seit dem EM.TV-Einbruch hoch sensibel, reagierten sofort und straften Intershop deutlich ab. Die Aktie verlor Prozent auf 70,86 Euro. Damit lag das Papier zum Handelsschluss nur knapp über dem Tagestief von 9,35 Euro wert. So tief standen die Aktien von Intershop noch nie. Das Jenaer Software-Unternehmen geht für das vierte Quartal nur noch von einem Umsatz von 28 bis 30 Mio. Euro aus, nach anvisierten 50 Mio. Euro. Der Nettoverlust werde bei 30 bis 32 Mio. Euro liegen. Analyst Lothar Lubinatzki vom Bankhaus metzler warne auch für das erste Quartal 2001 zur Vorsicht: "Wir können genauso viel oder wenig sagen wie das Unternehmen. Wir müssen einfach abwarten, wie die US-Ko njunktur läuft.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×