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18.03.2003

20:34 Uhr

Anleger spekulieren auf kurzen Krieg

Dax schließt bei starken Umsätzen höher

Hoffnung auf ein schnelles Ende eines sich abzeichnenden Irak-Kriegs haben den Deutschen Aktienindex (Dax) am Dienstag deutlichen Auftrieb gegeben. Im Blickpunkt standen die Aktien von Bayer und Wella.

Reuters FRANKFURT. Die Papiere des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer schnellten am Abend um mehr als 40 Prozent in die Höhe, als der Freispruch im ersten Schadensersatzprozess wegen des Medikamentes Lipobay bekannt wurde. Auf der Verliererseite standen die Anteilsscheine des Halbleiterherstellers Infineon mit einem Abschlag von über zehn Prozent auf 6,57 Euro. Der Siemens Pensionfonds hatte sich nach Angaben des Unternehmen über die Börse von seinen Infineon-Anteilen getrennt.

Deutschlands wichtigster Börsen-Index Dax ging mit einem Plus von 3,92 Prozent bei 2584 Punkten aus dem Handel. Die Aufwärtsbewegung ging mit starken Umsätzen einher. So wurden nach Angaben der Börse auf dem elektronischen Handelssystem Xetra bis zur Auktion um 17.30 Uhr Aktien im Gegenwert von 5,65 Mrd. Euro gehandelt. Im gesamten Februar waren es 10,7 Mrd. Euro. Insgesamt gab es mit 250.000 Einzelgeschäften einen neuen Tagesrekord. Die Daten bis Handelsschluss veröffentlicht die Börse erst im Laufe des Abend.

"Die Leute spekulieren angesichts der gigantischen Streitmacht der USA in der Golf-Region auf einen kurzen Krieg", sagte Aktienstratege Georg Elsaesser. Die irakische Führung wies am Dienstag das Ultimatum der USA zurück. US-Präsident George W. Bush hatte Iraks Präsidenten Saddam Hussein und seine Söhne zum Verlassen des Landes binnen 48 Stunden aufgefordert, sonst würden die USA und ihre Verbündeten Irak angreifen.

Bayer und Wella gefragt

Die Bayer-Aktien gingen nach dem Freispruch im ersten Schadensersatzprozess um das zurückgerufene Medikament Lipobay mit einem Plus von 39,11 Prozent auf 14,30 Euro aus dem Handel. "Wir sind freigesprochen worden und müssen keinerlei Schadenersatz leisten", sagte eine Bayer-Sprecherin in Leverkusen. Das habe ein Geschworenengericht in Corpus Christi im Bundesstaat Texas entschieden. In dem Verfahren hatte ein 82-jähriger Mann Bayer auf 560 Millionen Dollar verklagt, weil der Cholesterinsenker Lipobay bei ihm Muskelschwund verursacht haben soll. Das Urteil war mit Spannung erwartet worden, da es als mögliche Richtlinie für weitere Verfahren gilt.

Im Fokus des Anlegerinteresses standen auch die Aktien von Wella, nachdem der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble überraschend die Mehrheit am Darmstädter Kosmetikkonzern erworben hatte. Angesichts des Übernahmeangebots an die übrigen Wella-Aktionäre legten die Stammaktien 19,80 Prozent auf 90,45 Euro zu.

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