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08.01.2003

14:50 Uhr

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Anleger zwischen Kriegsangst und "Bushonomics"

In den letzten Tagen mehren sich die Anfragen nach meiner Prognose für die Märkte im neuen Jahr.

Denn trotz meiner seit Monaten betont vorsichtigen Haltung sei ich "im Herzen doch ein Bulle". Aus gegebenem Anlass werde ich heute etwas konkreter. Welcher Anlass? Nun, das seit Tagen diskutierte und gestern verkündete Wirtschaftsförderprogramm von George W. Bush ist ein Meilenstein: 20 Jahre nach den so erfolgreichen "Reagonomics" ein neuer Anstoß für Amerika durch "Bushonomics". Ich bin überzeugt, dass auch wir Europäer davon indirekt profitieren werden, wenn das Programm so oder ähnlich bald umgesetzt wird.

Szenario 1 (leider das Unwahrscheinlichste): Es wird keinen Krieg geben, die Welt atmet auf, Öl und Gold werden billiger, die Investitionsbereitschaft wächst, die Stimmung in der US-Wirtschaft wird zusehends besser, die "Bushonomics" wirken zumindest als Stütze für einen neuen Aufschwung - Aktien sind wieder gefragt: Ende der Baisse auch für den Dax.

Szenario 2 (schon wahrscheinlicher): Es gibt einen Krieg in Nahost, der für die westliche Allianz rasch sehr erfolgreich verläuft. Ist schon nach wenigen Tagen oder Wochen klar, dass die Vergleiche mit dem Golf-Krieg 1991 berechtigt waren, werden die Spuren an den Börsen zwar wieder heftig, aber nur kurz sein. Die Sorgen über wachsende Defizite und steigende Zinsen durch das Bush-Paket werden im Jahresverlauf durch positivere Trends in der US-Wirtschaft überlagert, der Dollar erholt sich - der Tiefpunkt der Aktienkurse wird zum Kriegsbeginn markiert, also eine Kaufgelegenheit.

Szenario 3: Es gibt einen Krieg, der uns alle in Atem hält, bei dem eine längere Dauer und eine regionale Ausweitung droht, Öl und Gold dramatisch fester, Aktien im Sturzflug - von "Bushonomics" spricht dann bis auf weiteres keiner.

Bleiben Sie gelassen - bis auf weiteres!

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