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04.03.2003

12:40 Uhr

Anteil an TV Travel Shop auf 50,1 Prozent aufgestockt

Tui gewährt Rabatte für Familienurlaub

Europas führender Touristikkonzern Tui hat für den Sommer 2003 etwas weniger Buchungen als im Vorjahr. Das Reiseziel Mallorca verzeichnet ein Buchungsminus von 20 Prozent.

Reuters HANNOVER. Die Aktie von Europas führendem Touristikkonzern Tui ist am Dienstag an der Börse angesichts der anhaltenden Reiseflaute erneut stark unter Druck geraten. Das Papier fiel zwischenzeitlich um mehr als acht Prozent auf ein Zehn-Jahrestief.

Grund dafür waren nach Angaben von Aktienhändlern die skeptische Einschätzung der Investmentbank UBS Warburg und die Aussagen aus dem TUI-Konzerns zur weiterhin schlechten Buchungslage für die umsatzstarke Sommersaison.

"Wir sind im Sommergeschäft für den Konzern leicht unter dem Vorjahr", sagte ein Sprecher auf Anfrage. "Deutschland und Großbritannien sind ein bisschen mehr unter Druck", fügte er hinzu. Für Deutschland, dem wichtigsten Reisemarkt von Tui, hatte im Januar das Minus beim Marktführer gut sechs Prozent betragen. Nach Angaben aus der Touristikbranche haben alle deutschen Reiseveranstalter im Februar durch die Irak-Krise noch stärkere Einbußen erlitten. Deutliche Zuwächse gibt es nur bei preiswerten Reisen. Konkreter will Tui sich nach bisherigen Plänen kommenden Samstag auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin zum aktuellen Buchungsstand äußern.

Tui kündigt für Deutschland Rabatte für Familienurlaub an

Um der Flaute zu begegnen, kündigte Tui am Dienstag in Deutschland für den Sommer zusätzliche Rabatte für Familien an. Mit Kinderfestpreisen ab 99 Euro sollen Familien in den Pauschalurlaub gelockt werden. Es gebe rund 100.000 günstige Angebote für Familienurlaub rund um das Mittelmeer, teilte das Unternehmen mit. Die Rabatte gingen nicht zu Lasten von Tui, sondern seien in Nachverhandlungen mit den Hoteliers erzielt worden. Bereits die in den regulären Katalogen für viele Ziele vorgesehen Rabatte waren laut Tui ausschließlich aufgrund des Preisdrucks auf die Hoteliers möglich.

Dennoch wurde der am Montag von Tui-Chef Michael Frenzel angekündigte verschärfte Sparkurs an den Finanzmärkten als Hinweis auf mögliche Ertragsprobleme des Touristikkonzerns gewertet. UBS Warburg senkte am Dienstag ihr Kursziel für die im Deutschen Aktien-Index (Dax) notierte Aktie auf sieben Euro von zuvor elf Euro. Die Anlageempfehlung wurde auf "Reduzieren" belassen. Die Aktie verzeichnete am Nachmittag noch immer einen Kursverlust von fast sieben Prozent und lag bei 8,60 Euro.

Tui übernimmt Mehrheit an Reise-TV-Sender für einen Euro

Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach preiswerten Reisen bleibt Tui bei seinem Engagement im Reise-TV und hat nach eigenen Angaben jetzt seinen Anteil an dem zwei Jahren alten Sender TV Travel Shop Germany von 25 auf 50,1 Prozent aufgestockt. Der Kaufpreis betrug nach Angaben aus Tui-Aufsichtsratskreisen lediglich einen Euro. Offiziell machte Tui hierzu keine Angaben. TV Travel Shop habe gerade in den vergangenen Monaten eine positive Entwicklung genommen, teilte Konzernchef Frenzel mit.

In Aufsichtsratskreisen hieß es, TV Travel Shop schreibe nach wie vor Verluste. Wegen der guten Entwicklung habe TUI sich aber dafür entschieden, den Sender fortzuführen und ihn nicht mit dem Münchner Konkurrenz-Sender "Sonnenklar" zusammenzulegen. Minderheitseigentümer bei TV Travel Shop bleibt der zum amerikanischen Medienkonzern USA Networks Inc. gehörende britische Reise-TV TV Travel Group. -Betreiber USA Networks ist indirekt auch an "Sonnenklar" beteiligt. Deshalb war über eine Fusion gesprochen worden.

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