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03.01.2001

15:19 Uhr

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Arafat akzeptiert Clintons Plan unter Vorbehalt

Nach Angaben eines ranghohen PLO-Vertreters hat Jassir Arafat am Mittwoch den Friedensplan von US-Präsident Clinton als Basis für weitere Verhandlungen angenommen. Israels Ministerpräsident Ehud Barak hatte sich mit dem Plan bereits letzte Woche, unter der Bedingung der Zustimmung Arafats, einverstanden erklärt.

ap WASHINGTON. Der palästinensische Präsident Jassir Arafat hat den Friedensplan von US-Präsident Bill Clinton am Mittwoch unter Vorbehalt als Basis für weitere Verhandlungen angenommen, wie ein ranghoher Vertreter der PLO in Washington erklärte. Hassan Abdel Rahman, der Vertreter der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) in der US-Hauptstadt, sagte weiter, nun sei es am israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak, den nächsten Schritt zu tun. Arafat habe Clinton die palästinensische Position in zwei Treffen "auf positive Art dargelegt", erklärte Hassan Abdel Rahman.

Von der US-Regierung lag zunächst keine Stellungnahme vor. Nach einem dreistündigen Gespräch zwischen Clinton und Arafat, das am Dienstag gegen Mitternacht zu Ende ging, hatte die US-Regierung nicht erkennen lassen, dass die Differenzen gelöst worden seien. Der Sprecher des Weißen Hauses, Jake Siewert, erklärte lediglich, Clinton habe Arafat seine Vorschläge im Detail erläutert.

Clintons Vorschlag sieht vor, dass ein künftiger Staat Palästina 95 % des Westjordanlands und den gesamten Gazastreifen umfassen soll. Allerdings würde das Westjordanland von einem israelisch kontrollierten Korridor zwischen Jerusalem und dem Toten Meer geteilt werden. Israel soll den Palästinensern die Oberhoheit über den arabischen Ostteil von Jerusalem zugestehen. Im Gegenzug sollen die Palästinenser ihre Forderung nach einem Rückkehrrecht für alle Flüchtlinge aufgeben.

Barak hatte Clintons Initiative in der vergangenen Woche unter Bedingung angenommen, dass Arafat sie ebenfalls akzeptiert. Am Dienstag erklärte er allerdings, angesichts der andauernden Gewalt in der Region richte er sein Augenmerk nun darauf, die Sicherheit Israels vor Angriffen zu schützen. Die beteiligten Parteien stehen unter Zeitdruck, da Clinton am 20. Januar aus dem Amt scheidet.



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