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28.03.2003

07:18 Uhr

Arbeiten in Australien

G'day mate, how ya goin?'

VonMartin Roos
Quelle:http://www.karriere.de

Nix wie weg - dieses Gefühl stellt sich in letzter Zeit bei vielen Deutschen ein. Steuerknebel, Arbeitsmarktflaute, Kriegsängste - je höher der Frust- und Angstpegel steigt, desto häufiger träumen die Menschen vom Aussteigen oder Auswandern auf Zeit. Allein 600 000 Deutsche verließen vergangenes Jahr das Land - viele davon mit dem Ziel Australien.

Wirraminna, Orroroo, Wagga Wagga, Buckleboo. Ortsnamen wie ein Gedicht. Dazu Weite, Leere, Wind und Wüste und hinten, dort, wo die Sonne tief rot ihr Haupt an den Horizont drückt, reitet er, der Größte von allen: Crocodile Dundee.

Spinnerei? Keineswegs. Solche und ähnliche Klischees sind es, die jährlich über 220 000 Besucher aus deutschsprachigen Ländern nach Australien locken - 40 Prozent davon Backpacker, Rucksackreisende. Umfragen zufolge sind die Deutschen unter 60 Jahren von Australien so fasziniert wie von keinem anderen Land - selbst die USA hinken hinterher. Am größten ist die Begeisterung bei den 25- bis 39-Jährigen.

Musterländle Down Under

Australien ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Asien-Pazifik-Region. Und der Kontinent boomt. Von 1992 bis 2001 hat das Bruttoinlandsprodukt im Schnitt um jährlich rund 3,8 Prozent zugelegt - 0,5 Punkte mehr als beispielsweise die USA. Das Wirtschaftswachstum drückte die Arbeitslosenquote binnen zehn Jahren von über zehn auf 6,3 Prozent. Wachstumsmotor waren die seit 20 Jahren verfolgten Strukturreformen: Öffentliche Unternehmen wurden privatisiert, die Märkte stärker für den Wettbewerb geöffnet, Subventionen gekürzt und Zölle gesenkt.

Wein, Rind und Gesang

Agrarkultur, Rohstoffgewinnung, Tourismus und Dienstleistung sind die großen Branchen des Landes. Der hoch produktive Bergbau im Westen Australiens mit Perth als Metropole benötigt nur 0,8 Prozent der Erwerbstätigen, um seine Exporterfolge zu erzielen. Rund 15 Prozent der weltweit abgebauten Eisenerze und 6,5 Prozent der globalen Steinkohleförderung stammen aus Australien.

Im Landesinneren befinden sich die meisten Rinderfarmen, südwestlich in Viktoria Weinanbau und Landwirtschaft. Die Erntegebiete - besonders begehrt bei den Working Holiday Makers - sind vorwiegend an der Ostküste angesiedelt. Und je mehr man von Brisbane, Queensland, in den feuchtheißen Norden kommt, desto stärker floriert der Tourismus.

Melbournes und Sydneys Macht

74 Prozent der Aussies arbeiten im Dienstleistungssektor, die meisten davon in Sydney. Australiens größte Stadt ist Finanz- und Servicemetropole; Melbourne, Ballungszentrum Nummer zwei, traditioneller Standort des produzierenden Gewerbes. Sydney sieht sich gern auch als Geldzentrum des gesamten asiatischen Raums: Viele internationale Banken haben ihren Asien-Hauptsitz nach Sydney gelegt, und auch die großen australischen Finanzdienstleister und Industriekonzerne sind in der Stadt zu Hause.

Von den zurzeit etwa 370 deutschen Unternehmen in Australien haben über 100 ihren Asien-Pazifik-Hauptsitz in Sydney oder Melbourne. Die Bandbreite der deutschen Niederlassungen reicht vom kleinen Mittelständler bis zum multinationalen Konzern. Zu den größten Unternehmen zählen Allianz Australia, BMW, Daimler-Chrysler, Münchner Rück, Robert Bosch und Siemens.

Nach deutschen Mitarbeitern müssen die Unternehmen nicht lange suchen. Sie werden von Angeboten aus dem Mutterhaus und Direktbewerbungen überschwemmt: Die Deutsch-Australische Kammer erhält pro Jahr mehr als 600 Anfragen, die sich auf Jobs und Praktika beziehen - Tendenz steigend. Arbeitsmarktexperten zufolge sind die deutschen Niederlassungen zurzeit vor allem an Kandidaten für Sales und Marketing interessiert. Sich als Deutscher direkt bei einem australischen Arbeitgeber zu bewerben, ist schwer. Ohne Arbeitserlaubnis geht fast gar nichts. Und die Aussichten, ein Permanent Resident Visum zu bekommen, sind nicht allzu groß. Denn das Einwanderungsprogramm ist rigide: Es zielt hauptsächlich auf Familienzusammenführung ab oder will den Mangel an speziellen Berufsgruppen decken.

Für die IT- und Telekommunikationsbranche wird zurzeit kaum jemand gesucht. Stattdessen lockt die Regierung jetzt versierte Handwerker ins Land. Gebraucht werden auch Leute für Buchhaltung, Ingenieur- und Lehrberufe sowie für den Gesundheitssektor, und da vor allem in der Pflege.



Weitere Infos zum Leben, Arbeiten und Studieren in Australien sowie Listen der Top-Arbeitgeber finden Sie unter www.jungekarriere.com/australien.



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